2 Stunden Bewegung am Tag

Mein Sohn ist Physiotherapeut. Meine Coxarthrose bereitet ihm Sorgen. Als wir gestern telefonierten, machte er mich darauf aufmerksam, dass 2 Stunden Bewegung am Tag notwendig sind, um eine optimale Versorgung des  Gelenkknorpels mit Nährstoffen zu erreichen. Die Bewegung muss nicht in einem Stück erfolgen, der Weg zwischen Schreibtisch und Kopierer zählt aber nicht mit.

Bewegung beugt auch Übergewicht vor bzw. hilft, dieses abzubauen. Da es mir in der Woche schwer fällt, 2 Stunden in Bewegung zu sein, will ich zumindest am Wochenende dieses Ziel verfolgen.

Gestern ist mir dies gelungen. Hund und ich sind fast zwei Stunden von der Kreisstadt nach Hause gewandert.

Mein erster Schritt zur Veränderung meiner Lebensgewohnheiten: 

  • 120 Minuten Bewegung am Wochenende
  • ein Spaziergang in der Mittagspause

Tag 1

Ich wache gegen 11 Uhr auf. Fühle mich benommen und desorientiert. Ich habe fast 12 Stunden geschlafen. Das ist mir selbst im Urlaub noch nie passiert. Wahrscheinlich bin ich erschöpfter, als ich mir selbst eingestehen mag.

In den vergangenen Wochen hatte ich viel Stress auf der Arbeit. Stress im Sinne von hoher Arbeitsdichte, was mich gewöhnlich nicht stört. Ich mag meine Arbeit und komme gut mit den Anforderungen zurecht. Was mich nervt ist das Zwischenmenschliche. Wir haben drei neue Mitarbeiter, und bei dem Arbeitsanfall bin ich nicht zu einer vernünftigen Einarbeitung gekommen. Das rächt sich jetzt durch mangelnde Einbindung der Neuen in das Team und durch Fehler, die diese aufgrund ihrer Unerfahrenheit in diesem Arbeitsumfeld gemacht haben. Als ihre Vorgesetzte bin ich verantwortlich. Aber auch meine anderen Mitarbeiter habe ich als zunehmend fordernd und unfair erlebt, je höher mein eigener Arbeitsanfall war und je seltener ich mich im Team habe blicken lassen.

Gleichzeitig gab es Probleme in der Familie, verbunden mit Anrufen, endlosen Diskussionen und Hässlichkeiten, die sich ergeben, wenn es um ein vermeintlich hohes Erbe geht. Nicht schön.

Ich bin über Wochen erst in den späten Abendstunden zu Hause gewesen und es gab kein Wochenende ohne Termine. An manchen Tagen habe ich für die Fahrt zur Arbeit fast zwei Stunden gebraucht und eben so viel Zeit auf dem Weg zurück. Baustellen in der City und auf der Autobahn, das Ende der Sommerferien und Stau, Stau, Stau…

In dieser Zeitspanne habe ich drei Kilo zugenommen.

Heute ist der erste Samstag seit langem, den ich geruhsam angehen kann. Nichts und niemand wartet auf mich. Ich trinke jetzt einen Kaffee mit fettreduzierter Milch und suche im Netz nach einem leckeren und fettarmen Rezept für Fisch.

Heute geht es los

90,4 kg.

181,3 Pfund.

Kleidergröße 46/48

Von der Seite betrachtet, bilden Brust und Bauch eine Linie.

Der Fransenschnitt kaschiert das Doppelkinn nicht mehr.

Es ist Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Ich bin nicht mehr leicht übergewichtig oder kräftig, sondern dick und unförmig geworden.

Fett schwabbelt am Bauch, Dellen an den Beinen, die Ringe sitzen so eng, dass ich sie nicht mehr abziehen kann. Nur noch 2 Paar Jeans passen.

Diät?

Nein. Ich ernähre mich eigentlich ziemlich gesund, aber ich esse zuviel und bewege mich zu wenig.

3 Stunden am Tag sitze ich mindestens im Auto. Mindestens 7 Stunden meiner Arbeitszeit verbringe ich sitzend.

Ich esse, wenn ich

  • müde bin
  • traurig bin
  • mich gestresst fühle
  • mich belohnen will
  • wütend bin
  • nicht ‚Nein‘ sagen mag (das ist oft)
  • Langeweile habe
  • lese
  • mir was Gutes tun will
  • mich leer fühle

Kurz gesagt, ich esse nicht, weil ich hungrig bin, sondern weil mir irgendetwas fehlt.

Wie kann ich abnehmen?  Indem ich

  • besser auf mich aufpasse
  • unnötigen Stress vermeide
  • bei Müdigkeit Ruhe suche
  • bei Wut schreie oder das Problem anspreche
  • mir Spaß und Vergnügen gönne
  • lerne, mich zu entspannen
  • die Lösung einiger meiner Dauerprobleme endlich mal in Angriff nehme.

Außerdem werde ich einige Lebensgewohnheiten ändern müssen:

  • nicht mehr im Bett essen
  • aufhören, weiter zu essen, wenn der Bauch schon voll ist
  • Süßigkeiten, Kuchen, Kekse und Eis weitestgehend aus dem Speiseplan streiche
  • Imbiss und Fertiggerichte nur im Ausnahmefall nutze
  • Fahrrad fahre
  • die Spaziergänge mit dem Hund ausdehne
  • mich mal wieder ins Fitnessstudio traue.

Wollen wir wetten? Nächstes Jahr um diese Zeitbin ich 20 kg leichter und  trage ich wieder Größe 40!