Neues Thema – neues Glück

TrinasWelt erschien mir zunehmend uninspiriert und langweilig. Ich spielte immer häufiger mit dem Gedanken, das Bloggen aufzugeben oder einen ganz neuen, viel, viel besseren Blog zu starten. Ich las Artikel übers Bloggen und besuchte sogar ein Seminar über Schreiben uns Texten.

Ich lernte, dass man sich zunächst darüber klar werden muss, welches Thema der Blog haben soll, für wen man schreibt und was der Blog bezwecken will. Das half mir ein bisschen weiter.

Tatsächlich arbeite ich seit 30 Jahren mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen, zurzeit mit psychisch Erkrankten. In unserer Einrichtung hielt  ich früher manchmal kleine Seminare zum Thema Glück.  In ihnen ging es vor allem darum, die psychischen Widerstandskräfte unserer Klienten zu stärken. Wir richteten den Blick darauf, wie man trotz aller möglichen Schwierigkeiten eine positive, optimistische und lebensbejahende Haltung entwickeln kann.

Jetzt könnte ihr es euch schon denken, nicht wahr?

Dieser Blog richtet sich an Menschen, die sich mit ihrer eigenen Lebensführung beschäftigen und auf der Suche nach Inspiration sind und an Menschen, die in einer persönlichen Krise nach Ermutigung suchen. Natürlich sind auch alle anderen herzlich willkommen.

Der Blog soll inspirieren, Mut machen und stärken. Es geht um Glück, ein erfülltes Leben und die Bewältigung von schwierigen Lebensphasen.  Ich weiß, dass es sehr individuell ist, was ihr als glückliches und erfülltes Dasein empfindet.

Auf keinen Fall möchte ich eine Betriebsanleitung für die ideale Lebensführung erstellen. Sollte ich dies tun, dann weist mich bitte sofort darauf hin.

Ihr findet Artikel über Erfahrungen und Einsichten meiner Freunde und Kollegen und natürlich auch Persönliches. Ich schreibe über einige Erkenntnisse der positiven Psychologie und nenne euch die dazugehörigen Quellen. Bilder, Zitate und kleine Geschichten ergänzen die Texte.

Ich freue mich, wenn ihr mir eure  Gedanken und Erfahrungen mitteilt. Gern als Kommentar oder, wenn ihr mögt, in einer Email an  trina59@web.de. Sofern ihr es mir erlaubt, lasse ich diese gern in den Blog einfließen.

Glück

Heute ist der Tag des Glücks und damit genau der richtige Tag, um meinen Blog einem neuen Thema zu widmen:

Glück

Warum ich über dieses schier endlose Thema schreiben möchte?

Weil ich glaube, dass wir alle die Möglichkeit haben, unser Leben glücklicher zu gestalten.   

Klar, es gibt so etwas wie ‚Zufallsglück‘, auf das wir nicht viel Einfluss haben. Ein Lottogewinn gehört dazu, und wenn wir nur knapp  einem Unfall  entkommen, sagen wir auch, dass wir Glück gehabt haben. 

Jeder kennt Momente, in denen wir von Glücksgefühlen überschwemmt werden. Frisch Verliebte kennen diesen Zustand am besten, aber er stellt sich auch in anderen Lebenslagen ein, wenn z. B. wir eine schwierige Prüfung bestanden haben, einen tollen Abend mit Freunden verbringen oder etwas Schönes erleben. Das ist „Wohlfühlglück“ das mehr oder minder intensiv ist  und meist recht schnell wieder verfliegt.  Wir können einiges dafür tun, möglichst viele solcher schönen Momente zu erfahren. 

Es gibt aber auch eine stille, heitere Art von Glück, ein Zustand von oftmals gar nicht bewussten Wohlbefinden. Lebenszufriedenheit.  Zu diesem Gefühl des Glücks tragen viele Dinge bei: die Annahme der eigenen Stärken und Schwächen, sich selbst gut leiden können, Dankbarkeit, innerer Frieden,  Erfüllung in dem, was man tut, tragende Beziehungen und auch das Wissen, Schicksalsschläge und Krisen bewältigen zu können 

Selbstverständlich hat jeder Mensch seine eigene Vorstellung von Glück. Für mich besteht Glück vor allem aus inneren Frieden und dem Gefühl mit mir und der Welt in Einklang zu leben.  Manchmal habe ich komische Momente, aber die vergehen von selbst und ich kehre schnell wieder in eine ausgeglichene Stimmung zurück, in der ich mich als glücklichen Menschen empfinde. Das war nicht immer so. In einem manchmal schwierigen Prozess habe ich gelernt, mein Leben so zu gestalten, dass ich trotz bis heute ungelöster Probleme mit mir und der Welt in Einklang bin. 

Ich kann euch kein Rezept für ein glückliches Leben bieten, aber ich schreibe über die Zutaten nennen, die zum Lebensglück beitragen.  Ob und welche dieser Zutaten ihr nutzt und was ihr aus ihnen  macht, überlasse ich euch.

Bis bald!

Trina 

 

 

Stinkefinger am Morgen

In der Nähe meines Büros gibt es ein altes Hotel, verkommen, mit Müll vor der Tür. Eher eine Absteige. Seit einiger Zeit leben dort Menschen mit, wie man so schön sagt, „südländischem Aussehen“. Einige dieser Menschen sind schon sehr alt. Ich beobachte sie manchmal dabei, wie sie die Mülltonnen nach Pfandflaschen durchsuchen.

Heute morgen kam ich mit meinem Auto um die Ecke gebogen, als einer dieser alten Menschen auf die Straße kam. Als er mich sah, trat er sofort zurück auf den Gehweg. Ich habe angehalten und ihn durchgelassen. Dies führte zu einem Hupkonzert aus dem Audi hinter mir. Der Fahrer versuchte sogar, sich in der engen Kopfsteinpflasterstraße an mich mich vorbei zu quetschen. Gelang ihm nicht. Als ich 10 Sekunden später anfuhr, der Mann mit seinen zwei Plastiktüten hatte inzwischen die Straße überquert, sah ich im Rückspiegel, wie mir Fahrer und Beifahrer, zwei junge Männer in Hemd und Krawatte, den Stinkefinger zeigten.

Die beiden hatten es wohl sehr eilig. Der Weg durch diese engen Gassen ist eine beliebte Abkürzung zu einer der größten Straßen in Hamburg. Trotzdem,  30 Sekunden Zeit müssen sein, um einen anderen Menschen zu zeigen, dass man ihn wahrnimmt und seine Rechte respektiert. Auch im Straßenverkehr. Schließlich war er eher auf der Straße als ich und wo kämen wir wohl hin, wenn nur noch der blanke Egoismus herrscht.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es das Lebensziel dieses alten Mannes mit Plastiktüten voller dreckiger leerer Pfandflaschen war,  in einer versifften Absteige in einer schmutzigen kleinen Seitenstraße einer fremden Großstadt zu leben.

Ob dieses beiden arroganten jungen Kerlen wohl klar ist, dass es reines, pures Glück ist, in einem reichen Land geboren zu werden? Einem Land, das jedem hier geborenen Chancen auf Bildung, Beruf und Aufstieg gibt? Ich hoffe, sie haben mehr Achtung vor ihren Eltern und Großeltern als vor diesem alten Mann und vor der dummen Kuh, die sie wegen dieses Kerls zum Anhalten zwang.