Glück

Heute ist der Tag des Glücks und damit genau der richtige Tag, um meinen Blog einem neuen Thema zu widmen:

Glück

Warum ich über dieses schier endlose Thema schreiben möchte?

Weil ich glaube, dass wir alle die Möglichkeit haben, unser Leben glücklicher zu gestalten.   

Klar, es gibt so etwas wie ‚Zufallsglück‘, auf das wir nicht viel Einfluss haben. Ein Lottogewinn gehört dazu, und wenn wir nur knapp  einem Unfall  entkommen, sagen wir auch, dass wir Glück gehabt haben. 

Jeder kennt Momente, in denen wir von Glücksgefühlen überschwemmt werden. Frisch Verliebte kennen diesen Zustand am besten, aber er stellt sich auch in anderen Lebenslagen ein, wenn z. B. wir eine schwierige Prüfung bestanden haben, einen tollen Abend mit Freunden verbringen oder etwas Schönes erleben. Das ist „Wohlfühlglück“ das mehr oder minder intensiv ist  und meist recht schnell wieder verfliegt.  Wir können einiges dafür tun, möglichst viele solcher schönen Momente zu erfahren. 

Es gibt aber auch eine stille, heitere Art von Glück, ein Zustand von oftmals gar nicht bewussten Wohlbefinden. Lebenszufriedenheit.  Zu diesem Gefühl des Glücks tragen viele Dinge bei: die Annahme der eigenen Stärken und Schwächen, sich selbst gut leiden können, Dankbarkeit, innerer Frieden,  Erfüllung in dem, was man tut, tragende Beziehungen und auch das Wissen, Schicksalsschläge und Krisen bewältigen zu können 

Selbstverständlich hat jeder Mensch seine eigene Vorstellung von Glück. Für mich besteht Glück vor allem aus inneren Frieden und dem Gefühl mit mir und der Welt in Einklang zu leben.  Manchmal habe ich komische Momente, aber die vergehen von selbst und ich kehre schnell wieder in eine ausgeglichene Stimmung zurück, in der ich mich als glücklichen Menschen empfinde. Das war nicht immer so. In einem manchmal schwierigen Prozess habe ich gelernt, mein Leben so zu gestalten, dass ich trotz bis heute ungelöster Probleme mit mir und der Welt in Einklang bin. 

Ich kann euch kein Rezept für ein glückliches Leben bieten, aber ich schreibe über die Zutaten nennen, die zum Lebensglück beitragen.  Ob und welche dieser Zutaten ihr nutzt und was ihr aus ihnen  macht, überlasse ich euch.

Bis bald!

Trina 

 

 

Komische Momente

Habt ihr auch manchmal Momente, in denen ihr das Gefühl habt, irgendwie am eigentlichen Leben vorbei zu leben? Zeiten, in denen ihr euch mehr Sinnlichkeit, tiefere Gefühle, Abenteuer, Inspiration, außergewöhnliche Erlebnisse und Begegnungen oder irgendetwas, das euer Leben zu etwas Besonderem macht, herbeisehnt?

Solche Phasen der nagenden Unzufriedenheit und Zweifel, ob ich in meinem Leben richtig bin, ereilen mich immer mal wieder. Dabei könnte ich nicht einmal sagen, was ich mir konkret vom Leben wünsche. Ich habe keine Träume und Sehnsüchte. Nur diese Ahnung, dass da noch mehr sein könnte.

Während ich heranwuchs, hatte ich nur diffuse Vorstellungen, wie ich mein Leben aussehen sollte. Filme, die ich als Teenager mit Leidenschaft sah, beflügelten die Vorstellung der großen Liebe und  Glückseligkeit bis ans Lebensende. Ein Leben in Südafrika oder Australien schwebte mir vor, aber ich kann heute nicht mehr sagen, was ich mir davon versprach.

Ich  wusste selten, was ich wollte. Selbst meine Studienwahl war zufällig. Damals gab es noch die Zentralvergabestelle für Studienplätze und ich hatte bei der Beantragung einen Fehler gemacht, sodass ich statt für Soziologie einen Studienplatz für Pädagogik bekam und dabei blieb ich. Mir war der Aufwand zu hoch, das zu ändern.

Ich hatte selten konkreten Ziele, für die ich mich ins Zeug gelegt habe, sondern habe mich ohne besonderen Ehrgeiz oder einem Kompass für mein Leben treiben lassen. Meistens jedenfalls. Mich angepasst.

Liegt hier vielleicht die Ursache meiner gelegentlichen Sinnkrise?

Schlecht gefahren bin ich dabei nicht. Im Gegenteil. Das Leben hat mich reich beschenkt. Meine Arbeit begeistert mich auch nach über 30 Jahren noch und da setze ich mir sehr konkrete Ziele, meine Familie ist eine Quelle von Liebe und Geborgenheit, meine Partnerschaft ist stabil, ich habe ein Dach über den Kopf und mehr als genug zu essen. Ich könnte euch nicht sagen,  was ich anders machen würde, wenn ich mein Leben von vorne leben könnte. Trotzdem erschrecke ich an manchen Tagen bei dem Gedanken, fast 60 zu sein und noch immer nach etwas zu suchen, von dem ich nicht weiß, was es ist.

Also stelle ich mir die Frage, was ich in meinem Leben unbedingt noch erleben oder sehen möchte. Und wisst ihr was, mir fällt da kaum was ein. Klar, ich möchte mal nach Kanada, und Japan stelle ich mir interessant vor, durch Russland würde ich gern reisen und für all das hätte ich gern genug Geld.  Ja, und sonst? Da fallen mir nur ganz konkrete Dinge ein: ein neues Blumenbeet mit leuchtend roten und goldgelben Farben und ein neuer Herd in der Küche und ich möchte einen Malkurs besuchen. Das sind alles erreichbare Ziele und jetzt, an diesem entspannten Sonntagmorgen erscheinen mir diese Anflüge von leichter Lebenspanik nur schwer nachvollziehbar. Oder haben diese Gefühle etwas mit dem älter werden zu tun, dem sich einschleichenden Bewusstsein, dass die Zeit endlich ist? Geht es nur mir so, oder kennt ihr das auch?

Neue Gewohnheiten

Seit meinem Umzug bin ich schreibfaul geworden.

Unser altes Haus war ein Bungalow und nach dem Auszug meiner Söhne richteten mein Mann und ich uns eigene Zimmer ein. Am Wochenende verbrachte jeder die ersten ein, zwei Stunden des Tages am eigenen Schreibtisch, um bei einer Tasse Kaffee Zeitung zu lesen, zu surfen, oder eben zu bloggen. Und wenn wir dann soweit waren, haben wir noch zusammen einen Kaffee getrunken oder sind zum Frühstücken in die Stadt gefahren. Das war so ein Ritual. Die  ersten Morgenstunden  gehörten  jedem ganz allein.

Im neuen Haus ist das anders. Da wir noch immer am Restaurieren und Renovieren sind, haben wir  noch keine eigenen  Zimmer für uns, so wie früher. Also trinken wir beide unseren Kaffee am Frühstückstisch und einer findet immer etwas in der Zeitung, das er dem anderen unbedingt erzählen muss und daraus werden dann schnell ein, zwei Stunden, bevor wir den Tag so richtig starten. Danach ist bei mir die Luft fürs Bloggen dann meistens raus.  

Ich schreibe am liebsten morgens. Die  Eindrücke vom Vortag habe ich im Schlaf verarbeitet und ich fühle mich klar, strukturiert und konzentriert. Meistens kommen mir die Ideen fürs Bloggen bei der Morgenrunde mit dem Hund und früher habe ich meist gleich losgelegt mit dem Schreiben.

Mit dem neuen Haus haben wir neue Rituale entwickelt. Seit ich nicht mehr 130 km von meiner Familie entfernt lebe, sehe ich sie viel öfter und eine alte Freundschaft ist wieder aufgelebt. Ich bin immer noch dabei, meine alte Heimatstadt neu zu entdecken und wir gehen nun am Wochenende öfter auch mal abends essen oder irgendwo ein Glas Wein trinken. Das war auf dem Lande nicht so einfach möglich. Mein Weg zur Arbeit ist deutlich kürzer und ich genieße es, früher zu Hause zu sein. In einigen Wochen beginne ich mit Malkursen an der Volkshochschule und ich liebäugle mit einem Kurs im kreativen Schreiben. Ja, mein Leben hat sich verändert und  damit auch meine Schreibgewohnheiten.