Alltagsängste

Nachdem mir einmal auf einer sehr langen und steilen Rolltreppe in London schwindlig geworden war, mochte ich jahrelang nicht Rolltreppe fahren. Nach und nach habe ich diese Angst überwunden, aber dann wiederum gibt es in meiner Lieblingsstadt auch kaum solche Rolltreppen, die scheinbar ins Nichts führen.

Statt dessen fürchte ich mich nun davor, Kratzer oder Dellen zu in mein Auto fahren. Ich fahre einen Firmenwagen, und kurz nachdem ich vor 8 Jahren den ersten erhalten hatte, bin ich in einem Parkhaus gegen einen Pfosten gefahren. Beim Zurücksetzen bin ich vor lauter Schreck dann noch an der Wand entlang geschabt und musste am nächsten Morgen  unserem kaufmännischen Leiter das Malheur gestehen. Immerhin hatte ich es geschafft einen Schaden von fast 3000 Euro zu verursachen. Seitdem fürchte ich mich vor Parkhäusern und Tiefgaragen oder sonstwie engen Parklücken. Unglücklicherweise hat unsere Einrichtung eine sehr enge Tiefgarage, sodass ich, wenn immer möglich, lieber auf dem Parkplatz für Besucher und Klienten stehe. Die Plätze sind zwar draußen und man muss ein Stück laufen, aber der Parkplatz hat dafür keine Pfeiler und Wände.

Ich habe aber nicht nur Angst vor engen Garagen.

Mein räumliches Vorstellungsvermögen lässt sehr zu wünschen übrig, und deshalb fällt es mir schwer, rückwärts einzuparken. Wenn dann noch jemand zuguckt, dann breche ich die Aktion ab und fahre weiter um den Pudding. Ich bevorzuge für meinen Kleinwagen Parklücken , in die auch ein Transporter passen würde. Muss ich in die Innenstadt, dann nehme ich lieber den Bus oder die U-Bahn als mich dem Stress der Parkplatzsuche auszusetzen.

Wenn ich einen Termin habe oder irgendwo hin fahre, wo ich die Parkplatzsituation nicht kenne, dann beschäftige ich mich in Gedanken schon vor dem Losfahren  damit, wo ich mein Auto wohl abstellen könnte. Erst wenn das Auto sicher steht, kann ich wieder entspannen.

Verrückt, nicht wahr? Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht der einzige Mensch auf der Welt bin, der so eine kleine Macke pflegt.

4 Gedanken zu “Alltagsängste

  1. claudi661 26. November 2013 / 07:15

    Liebe Tina, nach meinen 2. Blechschaden-Unfall mit dem Auto fahre ich so gut wie gar nicht mehr. :o( .. Bin auf´s Fahrrad umgestiegen! Rolltreppe???? Nur hoch, runter geht nur in Begleitung!! LG und ein Drückerle von mir. Claudi

  2. fiirvogu 23. November 2013 / 21:50

    Ich kann Dir nachfühlen. Zwar jetzt nicht mit den Park- und Rolltrepenmacken – da nehme ich es ganz easy. Mich stressen mehr die Einfahrts und Ausfahrtbereiche in den Parkhäusern, weil ich es schon geschafft habe, eine Schranke umzufahren, weil ich mit den Gedanken irgendwo war…

  3. trina59 23. November 2013 / 19:39

    Wie schön, eine Leidensgenossin gefunden zu haben!
    Wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende!!
    Liebe Grüße
    Trian

  4. connysblog 23. November 2013 / 19:21

    Liebe Tina. Du bist ganz sicher nicht der einzige Mensch auf der Welt, dem es so geht. Hier ist direkt schon ein zweiter. Mir geht es ganz genauso wie dir. Rolltreppen kann ich auch nicht mehr fahren, seit ich einmal eine extrem steile U-Bahn-Rolltreppe fast runtergefallen bin. Seit Jahren meide ich daher Rolltreppen wie die Pest.

    Und auch beim Parken geht es mir wie dir. Ich kann zwar rückwärts einparken, kriege aber auch immer schon Tage vorher Panikanfälle, wenn ich irgendwo hinfahren muss, wo ich nicht weiß, wie und ob ich da parken kann. Das Fahren ist nicht das Schlimmste, aber PARKEN *grusel*. Da suche ich mir auch jedes Mal im Internet vorher einen Riesenparkplatz, wo ich garantiert viel Platz habe und streßfrei rein- und rauskomme und laufe dafür eine halbe Stunde bis zum Ort, wo ich eigentlich hinwollte, bevor ich mich irgendwo in eine Minilücke quetsche. Obwohl ich auch in Minilücken passe – z.B. in Parkhäusern, die ich seit Jahren kenne. Da fahre ich locker rückwärts in Minilücken. Aber unbekannte Parkplatze sind der blanke Horror. Da nehme ich auch lieber den Bus oder Zug, wenn es möglich ist.

    Du bist also damit ganz und gar nicht alleine. Fühl dich ganz lieb gedrückt. 🙂

    Liebe Grüße
    Conny

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