Selbstverantwortung

Ich halte Selbstverantwortung für eine wesentliche Voraussetzung für ein erfolgreiches Leben. Selbstverantwortung bedeutet für mich, zu gucken, was ich aus einer Situation machen kann, mich nach einer angemessenen Phase des Selbstmitleids aus meiner Opferrolle zu lösen, und als Handelnde die Verantwortung dafür zu übernehmen, wie ich mit dieser speziellen Lebenslage umgehe. Selbstverantwortung bedeutet nach meinem Dafürhalten jedoch nicht, dass ich mir selbst grundsätzlich die Verantwortung für das Entstehen dieser Umstände zuschreibe.

In meiner Arbeit treffe ich jedoch zunehmend häufiger auf Menschen, die sich genau diesem Größenwahn hingeben und meinen, vieles, das noch vor 30 Jahren „der Gesellschaft“, der Herkunft oder anderen, vom Menschen nur bedingt beeinflussbaren Umständen zugeschrieben wurde, heute als persönliches Versagen interpretiert werden muss.

Es wird gefährlich , wenn wir dem Irrglauben verfallen, dass wir uns alles, was uns im Leben widerfährt, selbst zuzuschreiben haben.  So hält sich z. B. in einigen eher esoterisch angehauchten Kreisen  die wissenschaftlich in keiner Weise belegte Annahme, dass Krebs durch unterdrückte negative Gefühle oder zu wenig Selbstfürsorge entsteht, womit den Frauen indirekt eine Mitschuld an ihrer Erkrankung suggeriert wird.

Nach der Geburt meines  Sohnes, die mit einem Notkaiserschnitt endete, brauchte ich Monate, um mich nicht mehr als Versagerin zu fühlen. Meine Hebamme, mit der ich mich monatelang auf eine natürliche Geburt vorbereitet hatte, fragte mich,  ob es mir denn so schwer gefallen sei, mein Kind „los zu lassen“.

Beim Surfen im Internet bin ich auf Autoren gestoßen,  die behaupten, dass meine innere Einstellung darüber entscheidet, ob ich zu Reichtum komme oder nicht.  Wie sehr ich mir wünsche, dass sie Recht haben! Aber leider führten meine Autosuggestionen bis heute nicht zur gewünschten Gehaltsklasse, der Erbschaft oder der zündenden Idee für ein Millionenimperium. Wahrscheinlich kann ich mir so viel Reichtum unbewusst einfach noch nicht zugestehen, wie schade!

Ich glaube, dass es  im Leben  Zufälle, Schicksalsschläge und widrige Umstände gibt, die ich nicht beeinflussen kann, die aber einen großen, oftmals sogar negativen Einfluss auf mich und mein Leben haben. Für diese bin ich nicht verantwortlich. Die stoßen mir tatsächlich zu und ich kann sie weder beeinflussen noch verhindern. Verliere ich meinen Arbeitsplatz, weil mein Arbeitgeber in die Insolvenz geht, habe ich meine Arbeitslosigkeit nicht zu verantworten. Ich muss mich ihrer nicht schämen und mich wegen meiner Arbeitslosigkeit auch nicht als Verlierer führen. Allerdings entbindet mich dieser Schicksalsschlag nicht von der Verantwortung, mich um einen neuen Arbeitsplatz zu bemühen, mir zu überlegen, welche Kompetenzen ich besitze und wo ich diese einbringen könnte. 

Ich bin ein guter Futterverwerter, die dafür verantwortlichen Gene habe ich mir nicht ausgesucht. Es liegt nun aber an mir, wie ich mit meiner Neigung zum Dickwerden umgehe. Ich selbst entscheide, ob ich mich als Miss Molly akzeptiere, ob ich mich jahrelang mit Diäten quäle oder ob ich alles daran setze gesund zu essen und mich viel zu bewegen.

Was mir im Leben widerfährt, kann ich nur in einem gewissen Umfang beeinflussen, ich kann jedoch Risiken minimieren und meine Chancen auf Glück, Gesundheit und Erfolg durch entsprechende Verhaltensstrategien erhöhen.

Egal, wie mein Leben grade aussieht, bin ich es immer selbst, die mein Handeln, meine Gedanken und damit auch meine Gefühle bestimmt. Aber Schicksalsschläge und plötzliche Veränderungen kann ich nicht verhindern. Aber zum Glück gibt es für jeden von uns früher oder später auch glückliche Zufälle, die uns genau das bescheren, was wir grade brauchen oder sogar noch ein bisschen mehr. 

Meine Glücksliste

Vor einiger Zeit bin ich ja dem Tipp eins Artikels zum Thema ‚Glück‘  gefolgt, und habe mir eine Liste mit 30 Dingen, die mir ein Glücksgefühl geben, erstellt. Ehrlich gesagt, war das gar nicht so einfach, denn viele dieser kleinen Momente sind flüchtig und schnell wieder vergessen. Seit ich aber mit dieser Liste angefangen habe, fallen mir immer mehr Dinge, die mich glücklich stimmen ein bzw. auf.

Hier sind weitere 5 Glücksauslöser:

  • Mein Hund: ich liebe es, ihr beim Laufen zuzusehen. Sie ist blitzschnell und geschmeidig und sie liebt es, Bällen und Stöckchen hinterher zu jagen. Ihr beim Spielen mit anderen Hunden zuzusehen, macht einfach nur Spaß, ganz zu schweigen von ihrer liebevollen, übermütigen Begrüßung jeden Abend, wenn ich von der Arbeit komme.
  • Lernen: ja, ich bin ein Streber. Ich lerne gern. Ich mache Online-Kurse bei Coursera (https://www.coursera.org/), die ich jedem, der Englisch oder Spanisch spricht, nur empfehlen kann. Die Kurse sind übrigens kostenfrei. Ich entdecke hier wieder die Freude an Themen, die ich schon früher mochte: Kunst, Literatur, Geschichte. Es macht mich glücklich, etwas Neues zu lernen, Ideen kennen zu lernen, den  Blickwinkel zu verändern.
  • Für viele Leute kochen: das kann zwar anstrengend werden, aber ich liebe es trotzdem. Tagelang über Kochbücher sitzen, Menüs oder ein Buffet zusammenstellen, die Abläufe planen, einkaufen, vorbereiten, den Tisch decken und dekorieren, dabei immer noch mal was verändern, die Panik, wenn etwas nicht gelingt, und dann endlich der Anblick des Tisches und der Speisen. Während des ganzen Prozesses beflügelt mich die Vorfreude auf das Ereignis, darauf, meine Freunde und Familie so richtig verwöhnen zu können.
  • Abfahrten: ich liebe den Moment, in dem eine Reise beginnt. Ob ich mit dem Auto unseren Ort verlasse und Richtung Süden oder Norden fahre, ob ich im Zug sitze, wenn dieser grade den Hauptbahnhof verlässt oder im Flieger, wenn dieser aufs Rollfeld fährt, in diesem Moment fühle ich mich glücklich, egal, ob ich einen Tagesausflug oder eine lange Reise mache.  Der Alltag fällt in diesem Moment von mir ab, ich kann entspannen, ich weiß noch nicht, was auf mich zukommt, aber in diesem Moment ist es egal, ich bin zwischen zwei Welten.
  • Eine Umarmung: ist Euch einmal aufgefallen, wie gut eine Umarmung tut? Wie geborgen man sich fühlt, wie plötzlich die Spannung aus dem Körper geht? Ich liebe es, umarmt zu werden. Leider passiert das nicht so oft, wie ich es mir wünsche. Deshalb habe ich gelernt, es meinem Liebsten zu sagen, wenn ich mal  ganz dringend eine brauche und mittlerweile kommt er auch selbst, wenn ihm mal danach zumute ist. Und da mir Umarmungen so gut tun, verteile ich sie auch sehr gern an Kinder, Freunde und sonstige Umarmungsbedürftige.

Fortsetzung folgt.

Meine Glücksliste und Glücksmomente Nr. 2

Meine Glücksliste

Es gab und gibt Situationen in meinem Leben, in denen ich einfach Glück gehabt habe. Während meines Studiums habe ich zum Beispiel eine spottbillige Wohnung mit Blick auf die Regnitz gefunden, in der ich mich während meiner sechs Jahre in Bayern sehr, sehr wohlgefühlt habe.

Dann gibt es Dinge in meinem Leben, die ich als Quelle von Glück empfinde, wie zum Beispiel das große Glück, Mutter zu sein und das Glück eine Familie zu haben, auf die ich mich verlassen kann. Diese Quellen des Glücks geben allerdings nicht immer Anlass zur Freude. Mit meinem Bruder bin ich selten einer Meinung, meine Kinder haben mir so manches Mal Sorge bereitet und meine Eltern fordern manchmal mehr, als ich geben möchte. Der eine Onkel oder die andere Kusine sind mir nicht ganz so sympathisch, aber, sie sind da, ich kann auf sie zählen und es gibt mir ein Gefühl der Sicherheit, des Verwurzeltseins und der Geborgenheit zu wissen, dass ich Teil eines Ganzen bin, irgendwo zugehöre. Zu dieser Quelle des Glücks gehört auch die Tatsache, dass ich Begabungen und einen einigermaßen gut funktionieren Verstand habe, die es mir sowohl ermöglichen, einen Beruf auszuüben, den ich als sinnvoll empfinde als auch mein Leben einigermaßen bewusst  und selbstbestimmt zu  gestalten. Diese Quellen des Glücks habe ich mir nicht selbst erarbeitet, sie sind ein Geschenk.

Dann aber gibt es Dinge, die dazu führen, dass ich Glücksmomente erlebe, mich wohlfühle, etwas tue, bei dem ich mich selbst vergesse und einfach nur aufgehe im Moment. Dinge, die mir gute Gefühle geben, manchmal nur für einen Moment und manchmal auch für ein paar Stunden. Es liegt an mir selbst, ob ich mir dieses Wohlfühlglück schenke oder es mir verweigere.

Auf meiner Glücksliste stehen die Dinge, die mir dieses  Wohlfühlglück schenken, und seit ich diese Liste geschrieben habe, achte ich deutlich mehr darauf, was mir dieses wohlige, zufriedene Gefühl gibt, dieses Einssein mit mir und der Welt. Ich habe mir fest vorgenommen, künftig noch mehr dafür zu sorgen, dass ich diese Dinge auch tue und genieße, denn so manches auf der Liste ist etwas, was ich wegen Zeitmangel nicht getan habe oder was ich schlicht und ergreifend vergessen hatte.

Glücksmomente II: Tanzen

Ich habe es immer schon geliebt zu tanzen. Als Dreizehnjährige in der Tanzschule, als Zwanzigjährige in der Disco, später dann nur noch gelegentlich, bei Feiern oder Partys. Aber ebenso habe ich den Jazztanz in der Schule und das Tanzen auf Konzerten geliebt..

Tanzen tut mir gut. Leider mag mein Mann nicht tanzen und in den letzten 10 Jahren! war ich nur zu einer Feier mit Tanz, der Goldenen Hochzeit meiner Eltern. Warum habe ich mir das Tanzen bloß vorenthalten?

Das ändert sich jetzt. Ich kann auch alleine tanzen, kann mir Musik anmachen und mich dazu bewegen. Kann schauen, ob es im Fitnessstudio nicht etwas Schönes mit Musik gibt oder einen Club, in dem auch ältere Erwachsenen tanzen gehen. Ich freu mich drauf….