Abnehmen ist ganz einfach – eigentlich

 Ich habe genug über gesunde Ernährung gelesen, um zu wissen, wovon ich mich fern halten sollte. Gesunde Öle, Tomaten, Olivenöl und viel Gemüse und Salat essen, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Vollwertige Getreideprodukte und Kartoffeln speisen, damit ich genügend Ballaststoffe bekomme. Meinen Eiweißbedarf mit magerem Fisch und Fleisch  decken. Genügend magere Milchprodukte verzehren, um nicht unter Kalziummangel zu leiden. Broccoli regelmäßig in den Speiseplan aufnehmen, da er Krebserkrankungen verhindert. Paprika essen, um viel Vitamin C zu bekommen, Spargel, um zu entwässern, Äpfel wegen der Pektine und Nüsse, weil sie so gesund sind. Abends sollte ich Kohlenhydrate meiden, morgens königlich frühstücken. Mittags etwas Leichtes essen. Auf Genuss sollte ich ebenfalls nicht verzichten. Ein Stück dunkle Schokolade hin und wieder schadet nicht und  hebt die Laune, ebenso wie Bananen, wegen dem Serotonin.

Ja, ich bin bestens informiert.

Mir ist bewusst, dass ich mich täglich mindestens 30 Minuten sportlich betätigen sollte, um gesund zu bleiben. Regelmäßiger  Ausdauersport zusammen mit zwei Trainingseinheiten im Fitnessstudio zum Muskelaufbau sind  da ideal. Dazu Bewegung in den Alltag einbauen. Mich zu Fuß zu meinem Büro in den 7. Stock quälen,  und jeden Brief persönlich zum Briefkasten bringen. Beim Zähneputzen   Kniebeugen machen und wenn mein Hund am Wegesrand schnüffelt,  mit den Schultern rollen. Ganz einfach und sehr effektiv.

Um dem stressigen Alltag etwas entgegenzusetzen, bietet es sich zudem an, eine Entspannungstechnik zu erlernen. Yoga oder Qui Gong. Diese sollte ich dann natürlich auch regelmäßig praktizieren und um meine innere Mitte stets zu wahren,sollte ich noch regelmäßig meditieren.

Ich habe gelernt, dass ausreichender Schlaf nicht nur für weniger Falten, sondern auch für die Gewichtsregulation wichtig ist, und dass negativer Stress mein Hormonsystem derart aus dem Gleichgewicht bringt, dass eine Gewichtsabnahme unmöglich ist.

Ja, ich weiß, was ich tun sollte und worauf ich achten sollte, um endlich 20 kg leichter zu werden. Warum fällt es mir dann bloß so verdammt schwer?

Was die Waage sagt

Die Waage sagt, dass mir der Urlaub gut tut.

Wie jedes Jahr gab es über Weihnachten reichlich zu essen und ich habe mich nicht ein bisschen diszipliniert. Gestern war Wiegetag, und man mag es kaum glauben, aber ich habe nicht ein Gramm zugenommen.

Woran mag das liegen? Ich habe da eine Theorie.

Bislang habe ich über Weihnachten noch nie zugenommen. Trotz Völlerei und vielen Stunden auf dem Sofa. Ich meine, die totale Entspannung, die für mich mit Weihnachten verbunden ist, ist der Grund dafür, dass ich über Weihnachten nicht zunehme.

Für die Feiertage gilt die Regel, dass nichts perfekt sein muss. Vor Weihnachten habe ich Hausputz gemacht, die Betten für die Familie hergerichtet, die Geschenke verpackt und die Einkaufszentren gemieden (Ich liebe Amazon). Heiligabend kocht mein Mann. Traditionelles norwegisches Weihnachtsessen: Schafsrippen, die gesalzen und getrocknet schon einen Tag vorher in Wasser eingelegt werden. Da duftet das ganze Haus nach und gibt mir ein wohliges Gefühl, ich komme mir vor wie in  Bullerbü.  Drei Sorten Würste, Schweinerippen, Steckrübenmus, Erbsenpüree, Sauerkraut und Kartoffeln kommen dazu. Das Ganze ist nur mit einem oder auch zwei Akquavit verdaubar, und der Rotwein darf Weihnachten auch nicht fehlen. Nachtisch geht nicht mehr. Danach gibt es Bescherung und es ist erlaubt, ein kleines Nickerchen auf dem Sofa zu halten. Davon gibt es einige nette Familienfotos, so mit halboffenen Mund, ganz entspannt. Letztes Jahr hat es mich getroffen, dieses Jahr meine Mutter.

Am ersten Weihnachtstag haben wir offenes Haus. Da gibt es ein Büffet mit kalten Speisen und ein warmes Ragout mit Fladenbrot, Kuchen und Obstsalat und ab 13.00 Uhr kann jeder essen, wie und wann er mag. An dem Tag kommen dann die Freundinnen meiner Söhne dazu, meine beste Freundin mit Tochter und mein Bruder mit Familie. Es ist laut und gemütlich und es gibt keine feste Sitzordnung.

Der 2. Weihnachtstag gehört dem Fernseher und gegen Abend sind  auch die letzten Besucher weg.

Darauf folgt eine Schlaf- und Lesephase, in der ich grade noch bin. Außerdem schlafe ich jede Nacht mindestens 8 Stunden, manchmal werden es sogar zehn und ich beginne den Tag mit einem langen Spaziergang durch den Wald. Entspannung pur. Das Haus ist sauber, es sind genügend Reste da, um in diesem Jahr keinen Supermarkt mehr betreten zu müssen und ich fühle mich wohl. Alles ist gut. Ich habe tolle Geschenke bekommen, weiche Pullover, gute Bücher, viele gute Cremes und Lotionen und sogar einen eigenen Fernseher, sodass ich ich alle meine schmalzigen Filme, über die mein Mann immer so lästert, ganz in Ruhe in meinem Zimmer gucken kann. Meine Freundin hat mir dann auch reichlich DVDs der Sparte ‚romantische Kömödien‘ geschenkt und ich genieße. Essverhalten, Abnehmen oder auch nicht spielen grade keine Rolle. Ich will einfach nur diese Auszeit genießen.