H.A.L.T.

Kennt Ihr diese vier Buchstaben?

Sie stehen für

H – Hungry

A – Angry

L – Lonely

T – Tired

 Wenn ich mich so fühle, wird es gefährlich. So wie gestern. 

Die meisten meiner Kollegen haben diese Woche Ferien, und ich fühlte mich ziemlich einsam in meinem Büro. Dann rief mich ein Mitarbeiter an, der seit Donnerstag krank ist. Er beschrieb mir ausführlich seine Symptome, von den Hustenanfällen bis zum durchgeschwitzten Schlafanzug und dem eitrigen Belag im Hals. Ich war total sauer, nicht, weil er krank ist, sondern weil er mich beim Schreiben eines wichtigen Berichts gestört hatte, und weil er überflüssigerweise nur jammerte. Ich bin seine Vorgesetzte, nicht seine Mutter! Mit keinem Wort erwähnte er, wer ihn denn bei den Klienten vertreten könnte und was da so anlag. Der Mann ist fast 40!

Überhaupt lief der ganze Tag nicht gut. Ich kam mit der Arbeit nicht voran, war müde und kaputt und um 16.00 Uhr war es mit der Beherrschung vorbei: eine Handvoll Kekse sollte mich aus dem Stimmungstief wieder rausholen. Was genau 5 Minuten funktionierte, dann begann ich mir selbst Vorwürfe zu machen und meine Stimmung verschlechterte sich noch mehr.

Nun ja, als ich dann gegen 19.00 Uhr nach Hause kam, fühlte ich mich noch hungriger, einsamer, frustrierter,müder und vergrätzt mit der Welt als drei Stunden vorher.

Hungrig war ich nicht wegen mangelnder Nahrungsaufnahme, sondern weil mir irgendetwas fehlte. Ich glaube, jeder kennt diesen Zustand, wenn man innerlich leicht unruhig ist, einem irgendetwas fehlt, ohne dass man benennen kann, was es eigentlich ist. Man ist gnatschig und leicht deprimiert, und gleichzeitig irgendwie ärgerlich und wütend, ohne den genauen Grund benennen zu können.

Ich fühlte mich auch einsam, vermisste meinen Lebensgefährten, der für einige Wochen weg ist, um seine Familie zu besuchen, aber gleichzeitig war mir  nicht danach, eine Freundin anzurufen.

Müde und abgespannt war ich sowieso, obwohl gestern fast kein Stau auf der Autobahn war. Alles erschien mir grau in grau, ich hatte zu nichts Lust und meine Gedanken gingen alle in die negative Richtung.

Und dann fiel mir H. A. L. T. ein!

Halt, Stop, nicht so weitermachen, sofort raus aus der Situation!

 Denn genau das ist der Zustand, der mich dazu verleitet, zu Penny zu fahren und eine 300 g Tafel Milka Schokolade zu kaufen und innerhalb von 10 Minuten zu verschlingen. Der mich dazu führt, mir irgendwelchen Schrott im Fernsehen anzugucken und mir dabei den Bauch vollzuschlagen.

Hier hilft nur eins: mich zwingen, etwas Positives zu machen, was mir wirklich gut tut. In diesem Fall war das ein langer Spaziergang mit meinem Hund, wobei ich mir innerlich eine Liste all der Dinge erstellte, die an diesem Tag gut waren: staufreie Autobahn, Sonnenschein, blühende Rosen und Sonnenblumen in meinem Garten, ein kuscheliges Zuhause, ein Anruf von meiner Freundin am Morgen, die Aussicht, am Mittwoch frei zu haben.

Und als ich zuhause ankam, ging es mir viel, viel besser. Ich habe dann Vollkornbrot mit Putenzwiebelmett (unter 5% Fett) und eine große Portion Salat mit Avocado gegessen und bin um 22.00 Uhr schlafen gegangen und heute Morgen war die Welt wieder in Ordnung.

Der Begriff H. A. L. T. ist mir übrigens in einem der Programme, die aus dem der Anonymen Alkoholiker hervorgegangen sind, begegnet.

Diät oder Ernährungsumstellung – Was ist besser zum Abnehmen?

Diät oder Ernährungsumstellung – Was ist besser zum Abnehmen?.

Hier ist ein Artikel, der mich sehr motiviert, weiterhin meinen Weg zu gehen.

Allerdings bin ich  davon überzeugt, dass es mit einer Ernährungsumstellung allein nicht getan ist, sondern dass noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Um langfristig nicht wieder in altes Verhalten zurück zu fallen, ist es außerdem unabdingbar, die Dinge, die hinter meiner Gewichtszunahme stehen, zu erkennen und zu ändern.

Was ich hier schreibe, bezieht sich natürlich nur auf meine eigenen Erfahrungen und muss auf andere Menschen nicht unbedingt zutreffen.

Bewegung 

Abnehmen und das Gewicht halten wird durch ausreichend Bewegung unterstützt, das wissen wir alle. Nach meinen Erfahrungen sollte man seine Gewohnheiten auch hier schrittweise umstellen. Ich habe mehr als eine Phase in meinem Leben gehabt, in der ich schnell abnehmen wollte und zur Unterstützung meiner Diäten gleichzeitig in ein volles Sportprogramm eingestiegen bin.

Die fast täglichen Besuche im Fitnessstudio habe ich dann mal drei, mal 4, einmal sogar fast ein ganzes Jahr durchgehalten, aber irgendwann war dann die Luft raus und das Sofa erschien wieder als bessere Alternative.

Diesmal versuche ich Bewegung sehr langsam und in sehr kleinen Schritten in meinen Alltag zu integrieren. Die Runde mit dem Hund 5 oder 10 Minuten verlängern, Treppensteigen auf dem Weg ins Büro. Als nächsten Schritt möchte ich 5 Minuten Gymnastik vor der Dusche am Morgen in meinen Tagesablauf einbauen, aber noch hat sich die Gewohnheit mit dem Spaziergang mittags nicht verfestigt. Da habe ich in den vergangenen zwei Wochen mehr als einmal geschlampt.

Ausreichend Schlaf 

Schlafmangel macht hungrig. Das habe ich grade gestern wieder am eigenen Leib erfahren. Donnerstagabend war ich ja von meinem Chef zum Essen eingeladen. Es war ein wirklich netter Abend und ich war erst gegen 01.00 Uhr wieder zu Hause. Morgens klingelte der Wecker erbarmungslos und ich war den ganzen Tag über extrem müde.

Und was habe ich getan?

Ich habe zuviel gegessen. Keine Süßigkeiten, aber eine viel zu große Portion mittags und zwischendurch brauchte ich dann noch ein Brot mit Erdnussbutter, und abends musste es Pasta sein mit Sahnesoße.

Es gibt viele recht gute Artikel zum Thema ‚Schlaf und Abnehmen‘ und ich werde sicherlich in den nächsten Monaten noch einiges darüber schreiben.

Lernen, mit Stress umzugehen

Ähnlich wie bei Müdigkeit, löst Stress bei mir Verlangen nach Nahrung aus. Sowohl nach Süßem als auch nach großen Portionen. Das Essen gibt mir dann das Gefühl „gestärkt“ zu sein und den Anforderungen besser begegnen zu können. Bei Stress sehne ich mich meist nach Franzbrötchen und nach Bergen von dampfender Pasta. Eine gesunde Gemüsesuppe oder ein Salat würde mir in Stresssituationen gar nicht helfen.

Wie lernt man also, Stress zu bewältigen?

Auch damit werde ich mich in den nächsten Monaten näher beschäftigen und hier darüber berichten.  Schon mal vorweg glaube ich aber, dass auch bei der Bewältigung von Stress die inneren Einstellungen und Überzeugungen eine entscheidende Rolle spielen. Meine Einstellung zu Leistung und Pflicht sowie meine Ansprüche an meine eigene Arbeit bestimmen wesentlich mit, welche Anforderungen ich als Stress empfinde. Ebenso bestimmte Überzeugungen z. B. darüber, wofür ich verantwortlich bin oder wie viel ich anderen zutraue.

Selbst schädigende Einstellungen und Überzeugungen aufspüren und  ändern 

Ungesundes Essverhalten ist nach meiner Überzeugung selbst schädigendes Verhalten.

Es gibt bestimmt Situationen, in denen ich grundsätzlich zu viel esse. Z. B. auf Feiern, wenn ich zum Essen eingeladen bin, wenn jemand anderes für mich gekocht hat oder eben beim gemeinsamen Mittagessen auf der Arbeit.

Auch hier sind es Überzeugungen, die mich darin hindern, nur so viel zu essen, wie mir gut tut. Z. B. die Überzeugung, dass ich den Gastgeber nicht enttäuschen darf, indem ich nur kleine Portionen esse.

Lernen, mit meinen Gefühlen angemessen umzugehen und lernen, mich selbst zu lieben

Ich weiß ganz genau, dass es mir nicht gut tut, 1000 ml Eiscreme beim Fernsehen zu vernaschen. Es tut mir auch nicht gut, 4 Stück Kuchen zu essen, oder ein Pfund Schweinebraten mit Klößen und Kraut in mich hineinzustopfen.

Trotzdem tue ich das in regelmäßigen Abständen. Und nicht nur in Stresssituationen.

Ich missbrauche Essen für vielerlei Dinge. Essen tröstet mich, wenn ich traurig bin, Essen beruhigt mich, wenn ich Angst habe, Essen hilft mir, Wut und Ärger nicht zu spüren. Essen belohnt mich, wenn ich etwas toll gemacht habe, Essen füllt die Leere, wenn mir langweilig ist, Essen lenkt mich ab, wenn ich ein Problem habe, Essen hilft mir, meine Bedürfnisse nicht zu spüren.

Früher haben  sich Zigaretten und Essen diese Aufgabe geteilt, deshalb konnte ich mein Gewicht meist relativ gut halten.

Jetzt missbrauche ich vor allem Nahrung, um mit meinen Gefühlen umzugehen und deshalb habe ich in den vergangenen 5 Jahren auch stetig zugenommen.

Ich möchte lernen, mich selbst zu lieben. Das bedeutet für mich, zu lernen, mich selbst anzunehmen und mich so zu akzeptieren, wie ich grade bin. Also auch meine Gefühle zu akzeptieren und ernst zu nehmen, statt sie schnell zu betäuben. Es bedeutet, liebevoll und fürsorglich mit mir umzugehen, und noch vieles, vieles mehr, worüber ich sicherlich noch öfter schreiben werde.

Beim Abnehmen geht es mir nicht nur um mein Gewicht, sondern vor allem darum, ein erfülltes und glückliches Leben zu führen. Die zu sein, die ich bin!