Meine neuen Listen

Bei uns im Norden regnet es seit Tagen fast ununterbrochen. Ich hatte die letzten Tage Urlaub  und mit jedem weiteren Regentag drohte meine Stimmung endgültig in den Keller zu gehen. Statt meinen Garten zu nutzen, habe ich alte Zeitschriften aussortiert und dabei sind mir einige Artikel zum Thema „Glück“ ins Auge gefallen. Dazu gibt es natürlich unendlich viel zu schreiben und zu lesen, aber mir gefiel der Ratschlag zweier Autorinnen,  eine Liste mit Dingen und Aktivitäten zu erstellen, die mir, der Leserin, ein Glücksgefühl vermitteln. Diese Liste sollte mindestens 20 Punkte, so die eine Autorin,  oder 30, so die andere Autorin, enthalte

Diese Liste sollte man sich   immer wieder vor Augen halten, und dafür sorgen, diese Aktivitäten oder Dinge so oft wir nur möglich auch zu tun bzw. zu genießen. Viele kleine Glücksmomente vermitteln ein Gefühl der Zufriedenheit mit dem Leben. Gleichzeitig übt man, Verantwortung für das eigene Wohlergehen zu übernehmen.

Nun, ich  habe mir eine Liste erstellt und schon beim Schreiben war ich ich mich immer weniger über  Dauerregen und die Kälte  verstimmt, sondern begann richtig gute Laune zu kriegen.

Gleichzeitig sind mir in diesem verregneten Urlaub aber auch einige meiner Verhaltensweisen aufgefallen, die garantiert dazu führen, dass ich mich mies, klein und vom Leben schlecht behandelt fühle und die meist mit dem Griff in den Kühlschrank endeten. Also habe ich auch von diesen eine Liste erstellt.

In den kommenden Wochen werde ich Euch immer mal wieder einen Punkt von jeder dieser Liste vorstellen und ich bin mir sicher, dass Euch die meisten recht bekannt vorkommen.

Ich habe mir nun vorgenommen, möglichst viele Punkte der Positiv – Liste in mein Leben zu integrieren. Verhaltensänderung ist ja der Schlüssel zum Abnehmen, und wie schon erwähnt, wenn ich glücklich bin, lässt mich Schokolade kalt.

Wie man Sympathien gewinnt – ein Beispiel aus meinem Arbeitsalltag

Seit drei Wochen habe ich zwei neue Mitarbeiterinnen. Die eine, Frau Pelle, ist Sozialarbeiterin, die andere, Frau Mandel,  Psychologin. Beide sind um die 27 Jahre alt und haben ausgezeichnete Zeugnisse. Frau Mandel kann außerdem noch zwei Zusatzqualifikationen vorweisen und beherrscht drei Fremdsprachen fließend.

Frau Mandel hat ein Büro im obersten Stock bekommen, dort, wo alle leitenden Mitarbeiter sitzen. Frau Pelle hat ein Büro im zweiten Stock bekommen und ist von vielen Kolleginnen und Kollegen umgeben.

Die beiden arbeiten in verschiedenen Projekten und ich bin ihre direkte Vorgesetzte.

Frau Mandel hat innerhalb von wenigen Tagen nicht nur mein volles Vertrauen in ihre Fachlichkeit, sondern auch mein Herz gewonnen. Aber nicht nur ich, sondern auch unsere Geschäftsleitung sind von ihr begeistert.

Wie bei allen neuen Mitarbeitern übernehme ich Teil der Einarbeitung selbst und bitte ausdrücklich darum, mit  allen Fragen zur Firmenstruktur, aber auch zu unseren Konzepten und Herangehensweisen zu mir zu kommen. Ich suche die beiden, wie auch die anderen Teammitglieder, regelmäßig in ihren Büros auf, um Fragen oder Probleme rechtzeitig klären zu können.

Frau Mandel  kommt mindestens einmal am Tag kurz in mein Büro. Sie fragt, ob ich Zeit habe und berichtet dann von ihren Erlebnissen mit unseren Klienten, zeigt mir, welche Übungen sie sich überlegt hat und fragt, was ich darüber denke oder was ich ihr empfehle. Manchmal machen wir einfach ein bisschen Smalltalk. Ich weiß mittlerweile, dass sie Motorrad fährt, gern reist und sich vor kurzem von ihrem Freund getrennt hat.

Frau Pelle kommt nie in mein Büro. Wenn ich sie frage, ob ich ihr noch etwas erklären oder zeigen kann, verneint sie dies. Da auch ihr Aufgabenbereich sehr komplex ist und sie erstmals in diesem Bereich arbeitet, habe ich Zweifel, dass sie wirklich schon „sattelfest“ ist. Manchmal, wenn ich in den zweiten Stock komme, sehe ich Frau Pelle bei Kolleginnen sitzen. Offensichtlich klärt sie mit ihnen ihre Fragen. Das ärgert mich, denn seit einigen Monaten schon arbeiten wir (also die Geschäftsleitung und ich) daran, einige Abläufe zu verändern und stoßen dabei auf viel Abwehr im Team.

Frau Mandel hat zu ihrem Einstand einen Kuchen gebacken. Da sie mitbekommen hat, dass nicht nur ich, sondern auch einige  Kollegen keine süßen Sachen essen, hat sie auch einen Obstkorb mitgebracht. Am Geburtstag unserer Sekretärin, die die Tochter unseres Geschäftsführers ist, hat sie ihr Blumen auf den Schreibtisch gestellt.

Frau Pelle ist sehr korrekt. Als ich einen Bericht mit ihr besprach, wies sie mich auf einen Tippfehler hin. Sie bleibt stets sachlich. Sie gibt nichts von sich preis.  Als Mensch bleibt sie mir  fremd.

Frau Mandel hingegen fasziniert mich. Ich bewundere sie sogar ein bisschen. Sie ist nicht nur hochintelligent, sondern verfügt auch über eine hervorragende soziale und emotionale Kompetenz. Sie „fremdelt“ nicht, sondern geht auf jeden im Hause zu, stellt sich vor, erzählt ein bisschen von sich. Sie erkennt sehr schnell, womit sie die Sympathie eines Menschen gewinnen kann. Eine Geburtstagskarte für eine Klientin, eine Mappe mit Trainingsaufgaben für eine Kollegin, ein Gespräch über Motorräder mit unserem EDV-Mann. Sie ist aufmerksam und  geht auf die anderen ein, tut ihnen ungefragt kleine Gefallen, sodass jeder sich von ihr „gesehen“ fühlt. Dabei bleibt sie sehr bescheiden, sie fügt sich nahtlos in ihr Team und kooperiert mit allen.

Innerhalb weniger Tage hat sie die Sympathie nicht nur ihrer Kollegen, sondern auch die unseres Hausmeisters, unserer Sekretärin, unserer Geschäftsleitung und die ihrer Klienten gewonnen. Jeder mag sie, jeder ist freundlich und hilfsbereit zu ihr. Gleichzeitig hat sie Vertrauen in ihre Fähigkeiten geschaffen, indem sie ihre Arbeit transparent macht.

Frau Pelle und Frau Mandel sind nicht die ersten Mitarbeiter, die ich einarbeite. Ich bin sicher, dass Frau Pelle eine sehr gute Mitarbeiterin wird und im Laufe der nächsten Wochen ihre Zurückhaltung verliert.

Ich bin überrascht  über meine Reaktion auf Frau Mandel. Ich entdecke bei mir fast mütterliche Gefühle ihr gegenüber: den Wunsch, sie zu fördern, meine schützende Hand über sie zu halten und ihr mein Wissen weiter zu geben.

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich immer auch gern eine Tochter gehabt hätte?

Nun, ich werde sowohl Frau Mandel, als auch meine Reaktion auf sie weiter gut beobachten. Mein Bauchgefühl hat mich bislang selten betrogen, aber im Job muss dieses immer mit einer gehörigen Portion Rationalität gepaart sein.

Meine Vorsätze für 2013

Ich habe ich eine neue Bewegungseinheit in meinen Tagesablauf eingebaut. Nach dem Spaziergang mit dem Hund mache ich zehn Minuten leichte Gymnastikübungen oder Yogaübungen. Dehne und strecke meine Wirbelsäule in jede Richtung. Anschließend meditiere ich 5 Minuten, sitze einfach nur und konzentriere mich auf meine Mitte. Dies habe ich seit Beginn meines Urlaubs gemacht und es tut mir gut.

Diese 15 Minuten werde ich auch in den Arbeitsalltag integrieren, morgens, vor der Arbeit. Meinen Morgenkaffee werde ich künftig im Auto trinken, einen schicken Thermosbecher habe ich mir schon bestellt. 10 Minuten mehr Bewegung am Tag – über das Jahr gesehen, sind das 3.650 Minuten  oder 60 Stunden zusätzliche Bewegung und ein Stück mehr Lebensfreude.

Auch im nächsten Jahr möchte ich mit der Veränderung meiner Lebensgewohnheiten weitermachen.  Mehr Bewegung, mehr Aktivität, mehr Lebensfreude.  Darum geht es doch beim Abnehmen, nicht wahr?

Ich werde abnehmen, ohne dabei Qual, Verzicht oder Mühsal zu empfinden. Ich werde langsam, aber dauerhaft abnehmen. Ich werde wieder beweglich sein, Energie haben und aktiv werden. Essen, das mir Energie nimmt, nach dessen Verzehr ich mich unwohl fühle, aus dem Speiseplan streichen. Dafür Dinge essen, nach deren Verzehr ich mich unbeschwert und gut fühle. Mich bewegen, in meinem Tempo und nach meinem Vermögen.  Aktiv werden, wo immer es möglich ist. Lernen, Einstellungen und Verhaltensweisen, die Stress begünstigen oder mir nicht gut tun, durch eine gesündere Lebensart zu ersetzen. Ich werde Fröhlichkeit und Heiterkeit suchen und mir alles erlauben, was mich glücklich macht. Denn wer hat schon mal eine Fressattacke erlebt, während er sich glücklich und entspannt gefühlt hat?

Ich wünsche Euch allen einen glücklichen Start in das neue Jahr!

Viel Lebensfreude, tolle Erlebnisse, Gesundheit, Selbstvertrauen,  Lachen und Glück