Diät-Mythen: Die Abnehm-Anleitung für alle gibt es nicht | Wissen | ZEIT ONLINE

 

Diät-Mythen: Die Abnehm-Anleitung für alle gibt es nicht | Wissen | ZEIT ONLINE.

Dieser Artikel spiegelt meinen eigenen Ansatz zum Abnehmen recht gut. Geradezu glücklich macht mich aber der letzte Absatz. Dort wird mit dem Mythos, dass eine gesunde, schlank machende Ernährung mit einem reichhaltigen Frühstück beginnt, aufgeräumt.

Ich frühstücke seit meiner Schulzeit nicht mehr. Ausgenommen, im Urlaub oder wenn wir Besuch haben, der morgens sein Frühstück braucht. Ich fühle mich wohl mit einem Milchkaffee und der Hunger stellt sich dann gegen Mittag ein. Meine Hauptmahlzeit nehme ich am Abend ein, meistens nach 20.00 Uhr. Ich vertrage das gut, ich schlafe tief und fest und fühle mich beim Aufwachen wohl. So habe ich auch in meinen schlankesten Zeiten gelebt.

Wenn ich dann doch mal frühstücke, dann habe ich den gesamten Tag über Heißhunger, esse viel mehr als sonst und fühle mich meist auch noch schlapp und müde. Die „Energie für den ganzen Tag“ habe ich wahrscheinlich am Vorabend zu mir genommen.

Mit diesem Essverhalten stoße ich ständig auf Kritik von meiner Umwelt. Meine beste Freundin Clio liegt mir ständig in den Ohren, dass Essen am Abend zwangsläufig zu Übergewicht führt, besonders in unserem Alter. Sie isst nach 18.00 Uhr grundsätzlich keine Kohlenhydrate mehr und zählt auch sonst streng Kalorien und hält so ihr Gewicht.

Für mich wäre das nichts. Ich liebe meine warme Mahlzeit am Abend und meinen Milchkaffee am Morgen. Und genau das bestätigt mir dieser Artikel: langfristiges Abnehmen klappt nur, wenn man seine persönlichen, ganz individuellen Vorlieben berücksichtigt.

 

Wieder ein kleiner Erfolg :-)

In der vergangenen Woche habe ich mich nicht jeden Tag an mein Programm gehalten. Zwar bin ich auf der Arbeit fleißig Treppen gestiegen und  habe die Runde mit dem Hund ausgedehnt, aber gestern hatte mein Sohn Geburtstag und es gab Schokoladentorte, Pflaumenkuchen mit Sahne und abends dann deftig gegrilltes Fleisch.

Trotzdem wog ich heute morgen nur 88,5 kg. In den letzten 6 Wochen habe ich tatsächlich 1900 g abgenommen!

An diesem Wochenende bin ich allein zu Haus. Mein  Mann kommt erst Ende der nächsten Woche zurück und ich kann hier schalten und walten wie ich will. Romantische Komödien gucken, die er meistens doof findet, und endlos mit meiner Freundin telefonieren.

Vor ein paar Minuten bin ich  von einem Spaziergang mit meinem Hund zurückgekehrt. Wir haben uns vom Wind richtig durchblasen lassen und auf dem Rückweg habe ich eingekauft. Vollkornbrot und fettreduzierten Käse. Eisberg- und Rucola Salat, eine Avocado, Hähnchenbrust, Riesengarnelen und Quark. Heute gibt es die Garnelen mit viel Knoblauch und Chili. Dazu ein paar Nudeln und einen Berg Spinat. Morgen dann Pellkartoffeln mit  Quark und Salat,  am Sonntag die Hähnchenbrust mit Möhren, Rosenkohl und vielleicht auch Bohnen, mal sehen.

Im Wohnzimmer steht eine Schale mit frischen, hiesigen Äpfeln. Zum Naschen habe ich  ein paar Weintrauben eingekauft und eine Packung Datteln. Ich freue mich auf das Wochenende, werde ausschlafen, viel lesen, lange Spaziergänge machen, Filme gucken, Emails schreiben und es mir gut gehen lassen. Ganz nebenbei werde ich meine Steuererklärung ausfüllen, bevor ich ein zweites Mal abgemahnt werde und ein bisschen bügeln, damit ich ohne morgendlichen Stress (was zieh ich bloß an!?!) in die neue Woche starten kann.

 

 

H.A.L.T.

Kennt Ihr diese vier Buchstaben?

Sie stehen für

H – Hungry

A – Angry

L – Lonely

T – Tired

 Wenn ich mich so fühle, wird es gefährlich. So wie gestern. 

Die meisten meiner Kollegen haben diese Woche Ferien, und ich fühlte mich ziemlich einsam in meinem Büro. Dann rief mich ein Mitarbeiter an, der seit Donnerstag krank ist. Er beschrieb mir ausführlich seine Symptome, von den Hustenanfällen bis zum durchgeschwitzten Schlafanzug und dem eitrigen Belag im Hals. Ich war total sauer, nicht, weil er krank ist, sondern weil er mich beim Schreiben eines wichtigen Berichts gestört hatte, und weil er überflüssigerweise nur jammerte. Ich bin seine Vorgesetzte, nicht seine Mutter! Mit keinem Wort erwähnte er, wer ihn denn bei den Klienten vertreten könnte und was da so anlag. Der Mann ist fast 40!

Überhaupt lief der ganze Tag nicht gut. Ich kam mit der Arbeit nicht voran, war müde und kaputt und um 16.00 Uhr war es mit der Beherrschung vorbei: eine Handvoll Kekse sollte mich aus dem Stimmungstief wieder rausholen. Was genau 5 Minuten funktionierte, dann begann ich mir selbst Vorwürfe zu machen und meine Stimmung verschlechterte sich noch mehr.

Nun ja, als ich dann gegen 19.00 Uhr nach Hause kam, fühlte ich mich noch hungriger, einsamer, frustrierter,müder und vergrätzt mit der Welt als drei Stunden vorher.

Hungrig war ich nicht wegen mangelnder Nahrungsaufnahme, sondern weil mir irgendetwas fehlte. Ich glaube, jeder kennt diesen Zustand, wenn man innerlich leicht unruhig ist, einem irgendetwas fehlt, ohne dass man benennen kann, was es eigentlich ist. Man ist gnatschig und leicht deprimiert, und gleichzeitig irgendwie ärgerlich und wütend, ohne den genauen Grund benennen zu können.

Ich fühlte mich auch einsam, vermisste meinen Lebensgefährten, der für einige Wochen weg ist, um seine Familie zu besuchen, aber gleichzeitig war mir  nicht danach, eine Freundin anzurufen.

Müde und abgespannt war ich sowieso, obwohl gestern fast kein Stau auf der Autobahn war. Alles erschien mir grau in grau, ich hatte zu nichts Lust und meine Gedanken gingen alle in die negative Richtung.

Und dann fiel mir H. A. L. T. ein!

Halt, Stop, nicht so weitermachen, sofort raus aus der Situation!

 Denn genau das ist der Zustand, der mich dazu verleitet, zu Penny zu fahren und eine 300 g Tafel Milka Schokolade zu kaufen und innerhalb von 10 Minuten zu verschlingen. Der mich dazu führt, mir irgendwelchen Schrott im Fernsehen anzugucken und mir dabei den Bauch vollzuschlagen.

Hier hilft nur eins: mich zwingen, etwas Positives zu machen, was mir wirklich gut tut. In diesem Fall war das ein langer Spaziergang mit meinem Hund, wobei ich mir innerlich eine Liste all der Dinge erstellte, die an diesem Tag gut waren: staufreie Autobahn, Sonnenschein, blühende Rosen und Sonnenblumen in meinem Garten, ein kuscheliges Zuhause, ein Anruf von meiner Freundin am Morgen, die Aussicht, am Mittwoch frei zu haben.

Und als ich zuhause ankam, ging es mir viel, viel besser. Ich habe dann Vollkornbrot mit Putenzwiebelmett (unter 5% Fett) und eine große Portion Salat mit Avocado gegessen und bin um 22.00 Uhr schlafen gegangen und heute Morgen war die Welt wieder in Ordnung.

Der Begriff H. A. L. T. ist mir übrigens in einem der Programme, die aus dem der Anonymen Alkoholiker hervorgegangen sind, begegnet.