Küchenchaos und Wäscheberge

Ich bin nicht zur Hausfrau geboren. Je älter ich werde, desto deutlicher wird mir dies. Als die Kinder noch klein waren, erschien es mir wichtiger, Mutter zu sein als den Haushalt in Ordnung zu halten. Später war es die Doppelbelastung: voller Job, alleinerziehend mit zwei Kindern, da blieb keine Zeit für Putzerei, das musste doch jeder verstehen, nicht wahr? Dann, als wir auf dem Lande lebten, kamen noch die Pendelfahrten und  die Notwendigkeit, die Kinder hin und her zu kutschieren als Entschuldigung dazu. Und der Garten, der ja auch Aufmerksamkeit brauchte. Also, wieder keine Zeit, den Haushalt im optimalen Zustand zu halten.

Das heißt natürlich nicht, dass wir im Chaos gelebt haben. Nein, ich habe regelmäßig wahre Putzorgien unternommen, insbesondere dann, wenn die Kinder mal nicht zuhause waren, denn wie die meisten Menschen schätze ich ein sauberes und gemütliches Heim, frisch bezogene Betten und saubere Kleidung sehr. Es ist mir aber nie gelungen, die Gewohnheiten, die nötig sind, um den schönen Zustand aufrecht zu erhalten, auszubilden.

Bis heute ist nach dem Abendessen Feierabend. Jetzt noch das Geschirr in den Geschirrspüler zu räumen, die Küche sauber machen – undenkbar! Dafür habe ich erst morgens wieder Energie. Nur morgens muss ich schnell zur Arbeit und so wird die Küche erst am nächsten Abend in Ordnung gebracht, damit ich das Abendessen zubereiten kann.

Nun sind die Kinder seit einigen Jahren aus dem Haus und eigentlich müsste es doch  deutlich weniger Arbeit geworden sein. Das stimmt, aber ich habe ja jetzt Hobbys. Bloggen, zum Beispiel. Ist wichtiger, als die Küche in Ordnung zu halten, oder?

Nun, ich habe auch einen Partner, der aber furchtbar viel damit zu tun hat, seinen Hobbys nachzugehen. Aber er macht den Garten und ich muss mich nur um meine drei Blumenbeete kümmern. Und hin und wieder hilft er mit dem Geschirr und wenn es ganz schlimm wird, saugt er auch die Hundehaare weg.

Nein, ganz ehrlich, es sieht nicht schlimm aus bei uns. Zumindest nicht, wenn man ins Haus hinein kommt und die Küchentür zu ist. Ich habe den Haushalt einigermaßen im Griff. Es gibt nur ein Problem, das ich noch habe: die Wäsche. Eigentlich sollte in einem Zwei-Personen-Haushalt nicht allzu viel Wäsche anfallen, aber wir haben öfter Besuch, der dann auch über Nacht bleibt. Und natürlich soll unser Besuch in frischer Wäsche schlafen und saubere Handtücher benutzen.

Wäsche in die Maschine zu stopfen und das richtige Programm einzustellen, fällt mir nicht schwer. Mich daran zu erinnern, dass sie irgendwann fertig ist und aufgehängt werden muss, schon. Aber spätestens, wenn ich die nächste Ladung hineintun will, werde ich daran erinnert. Dann hänge ich die Wäsche im Keller auf, weil das Wetter in Norddeutschland ja so unberechenbar ist und man sie dort nicht sieht. Da hängt sie dann. Bis die Wäschekörbe oben überquellen und ich die Waschmaschine neu beladen muss. Dann wandert die inzwischen staubtrockene Wäsche vom Ständer in einen meiner drei Wäschekörbe und wartet geduldig darauf, ordentlich zusammengefaltet, gebügelt und in die Schränke gelegt zu werden. Und ich nehme mir fest vor, das spätestens am Sonntagabend auch zu tun.

Zum Glück quellen die Körbe nie über. Ich habe mir angewöhnt, frische Handtücher, Unterwäsche und meine Blusen morgens direkt aus dem Keller zu holen. Aber heute Abend, das verspreche ich euch, werde ich meine Wäsche bügeln und weglegen, damit ich morgen früh nicht so in Eile gerate, weil im Kleiderschrank wieder mal nichts zum Anziehen hängt!Ehrlich, ich mach’s!!!!

9 Gedanken zu “Küchenchaos und Wäscheberge

  1. Frau Yu 14. Februar 2016 / 20:27

    Oha, als hättest Du meine „Hausfrauenqualitäten“ beschrieben.. 🙂

  2. Monika-Maria Ehliah 10. Januar 2016 / 15:16

    …ich hab das nicht so gut im Griff,
    ich mache mich oft verrückt mit putzen und aufräumen.
    Meine Tochter sagte einmal zu mir:
    *Mama darf ich auf der Couch sitzen bleiben,
    oder sieht das zu unordentlich aus?*
    Nicht so gut finde ich,
    aber wenn meine Lieblingstochter daheim verweilt,
    reiße ich mich zusammen.
    danke Segen…
    M.M.

  3. trina59 15. August 2015 / 18:02

    … Herausforderungen sind immer gut 🙂

  4. Schnippelboy 15. August 2015 / 13:06

    und manchmal schwieriges,habe ein iPad bekommen, und nun muß ich Apple lernen….

  5. trina59 15. August 2015 / 12:48

    Danke für Deine Kommentare. Du hast Recht, es gibt immer Schöneres, Wichtigeres und Interessanteres als die Wäsche…. Viele Grüße aus dem Norden, Trina

  6. Schnippelboy 12. August 2015 / 14:01

    Ich verspreche Dir, es wird nicht besser, auch nicht wenn die Rente erreicht ist.

  7. tarlucy 27. Juli 2015 / 12:13

    Ja das sehe ich auch so….die Zeit ist echt zu kostbar… Ich wünsche Dir auch eine schöne Woche….

  8. trina59 27. Juli 2015 / 12:09

    Das Nach-Bedarf-Prinzip ist meiner Meinung nach das einzig Vernünftige. Schließlich gibt es viel zu tun im Leben, da kann man seine Zeit doch nicht mit unnötigem Putzen vergeuden. Hygiene ist wichtig, aber ein bisschen Staub und Unordnung schadet doch niemanden 🙂 Wünsche Dir eine gute Woche! LG Trina

  9. tarlucy 27. Juli 2015 / 09:44

    Oh….das klingt wie aus meinem Alltag….bei mir war es auch schon immer so….wenn ich aufräume, sieht es trotzdem noch unordentlich aus….Dann haben wir 4 Tiere….Ich setze mich selbst so oft unter Druck, weil es einfach erwartet wird, dass man als Frau einfach alles sofort sauber macht und ordentlich hält….ist da nicht ätzend…ich habe eine Kollegin, die wischt wirklich jede Woche die Küchenschränke ab….ich nach bedarf…Also ich kann mich voll und ganz in Dich rein versetzen…. 🙂

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