Wochenrückblick

Nachdem ich einige eurer Beiträge zum Wochenrückblick gelesen habe, habe ich Lust bekommen, es auch mal zu versuchen und es hat richtig Spaß gemacht und mir ein paar Einblicke in meine Befindlichkeit ermöglicht. Rina, vom Blog ich lese, hat die Idee dazu gehabt. Danke dafür. Hier geht es zu ihrem Blog: https://flashtaig.wordpress.com/?_gl=1*tyh3s1*_gcl_au*MzY4MjE0MzE0LjE3MzUxNTg2NDU.

Immer wieder nehme ich mir vor, mich nicht mehr über Britta zu ärgern. Gelingt mir aber nicht. Diese Woche habe ich mich über sie geärgert, weil sie mir in unserer Wochenbesprechung mindestens fünfmal ins Wort gefallen ist.

Da hat es mich richtig gefreut, ihr am Donnerstag sagen zu können, dass ich Freitag frei genommen hat und sie den Laden schmeißen muss.

Auch diese Woche habe ich gedacht, dass ich lernen sollte, gelassener mit ihrer Macke umzugehen, aber es gelingt mir nicht.

Mehr als einmal schon habe ich mich gefragt, was es ist, das mich an ihr so nervt. Auch diese Woche habe ich keine Antwort gefunden. Deshalb war ich auch ein bisschen genervt von mir selbst, weil ich immer wieder auf ihre blöde Masche einsteige.

In den ersten vier Tagen der Woche dominierten die negativen Gefühle: Unlust, Müdigkeit, schmerzende Knie und Hüfte. Positiv waren aber der Sport am Dienstag, das morgendliche Walking – da fühlte ich mich richtig lebendig und voller Energie. Besonders positiv waren die letzten drei Tage, weil ich endlich mal ausschlafen konnte, keine Termine hatte und ich total von der Arbeit abgeschaltet habe.  

Genossen: am Samstag haben wir ein Restaurant in der Altstadt ausprobiert, das uns positiv überrascht hat. Es gab dort sogar fränkisches Landbier, so richtig schön süffig, wie ich es aus meiner Studentenzeit in Bamberg erinnere. Wir sind in diesem Restaurant, das sich Anno 1900 nennt, mehr alsdrei Stunden gewesen…..
Am Donnerstag hat sich meine Schreibgruppe getroffen.

Gesucht habe ich mein Schlüsselbund, mein Handy und meine Brille. Das ist normal für mich.
Gefunden
habe ich mein Handy, meine Brille, aber nicht mein Schlüsselbund, weil mein Sohn dieses in seiner Jackentasche mit nach Berlin genommen hat. Haben wir erst gemerkt, als er schon im Zug saß.

Herzhaft gelacht haben wir über die Geschichte von Conny.

Geweint/Getrauert habe ich diese Woche nicht. ………
Gewundert
habe ich mich am Montag, weil es morgens kaum Stau gab. Was war los? .
Gegessen habe ich fast die ganze Woche über relativ gesund. Dafür habe ich dann aber auch die letzten zwei Schokoweihnachtsmänner  genascht und außer dem guten Landbier noch einen feinen Riesling getrunken, aber nicht am gleichen Abend. …..
Gehört
habe ich wie immer mehrere Radiosender. Ich switche nämlich im Auto ständig von einem Sender zum nächsten: Radio Hamburg, NDR 2, Radio 90,3, Antenne Radio, NDR Info usw. usw.  …..
Gegooglet
habe ich ADHS, weil das bei uns in der Familie großes Thema ist. .
Gelesen habe ich vor allem die Zeitung, ein bisschen Stern Crime und eine Geschichte von Jorge Bucay. ….
Gesehen
habe ich Nebel, Nebel, Nebel und abends die Nachrichten. Gespielt/Gebastel/Gehandwerkt/Geschrieben: Ich stricke mir gerade eine blaue Strickjacke, und, ein kleines Laster, ich habe auf der Arbeit beim Telefonieren Solitair gespielt.
Getan: Den Keller saubergemacht und aufgeräumt, damit die neue Waschmaschine in eine saubere Waschküche kommt. …..
Gekauft: Eine neue Waschmaschine. …
NEU Getrennt habe ich mich diese Woche der dicken Schmutzschicht auf meinem Auto. Da ich kaum noch aus den Fenstern sehen konnte, war ich tatsächlich in der Waschanlage. ….
Gelernt
habe ich, das Waschmaschinen in der Preisklasse um die 600 Euro ca. 5 – 8 Jahre halten und die, die doppelt so viel kosten, ca 8 – 12 Jahre. Das hat mir der reizende Verkäufer im Fachmarkt erklärt. …..
NEU Getestet habe ich  nichts und geschenkt bekommen leider auch nichts. Ich habe auch nichts verschenkt, das will ich nächste Woche ändern.  .
Geschlafen habe ich in den ersten vier Tagen nicht so gut, aber an meinen freien Tagen habe ich 8 Stunden durchgeschlafen. Dabei habe ich intensiv geträumt, letzte Nacht war es eine richtig lange Geschichte über eine Frau, der immer wieder schlimme Dinge widerfahren sind. ….
Geplant habe ich nächste Woche mindestens zweimal zum Sport zu gehen und weniger Zucker zu essen.  ……

FAZIT: Die Arbeit zehrt zurzeit sehr an mir, da ich über Weihnachten keine Pause hatte und mich nicht wie sonst erholen konnte. Umso besser hat dieses lange Wochenende getan, ich fühle mich tatsächlich ruhig und entspannt.

Momentaufnahme: Telefongespräch

……..

„Sag mal, worum geht es eigentlich auf deinem Blog?“

„Ganz ehrlich, ich weiß es selbst nicht so genau. Früher hatte ich immer Themen, die mich sehr beschäftigten, aber irgendwie sind mir die abhandengekommen.“

„Was für Themen?“

„Abnehmen, Selbstliebe, Verhaltensmuster, also eher so Psycho-Themen.“

„Und wie kommt es, dass du darüber nicht mehr schreibst?“

„Weil die Themen für mich abgeschlossen sind, ich sie beim Schreiben durchgearbeitet habe, meinen Standpunkt gefunden habe“

„Ok, aber gibt es denn jetzt nichts, was dich beschäftigt?“

„Im Moment werde ich vom Alltag aufgefressen. Peer ist nach seiner OP nicht wieder auf die Füße gekommen und nun bleibt alles an mir hängen. Haushalt, Garten, Hund, Einkaufen, Kochen usw. und dazu noch der Vollzeitjob und die Fahrerei nach Hamburg.“

 „Du meinst, du hast so viel zu tun, dass du nicht zum Schreiben kommst?“

„Ne, Zeit könnte ich mir nehmen, aber der Kopf ist leer, mir fällt nichts Sinnvolles ein“.

„Muss es denn immer sinnvoll sein?“

„Nein, aber zu banal sollte es auch nicht sein.“

„Du klingst irgendwie nicht so wirklich glücklich.“

„Bin ich auch nicht. Ich habe Angst, dass Peers Zustand so bleibt, er irgendwann im Rollstuhl sitzt. Ich fühle mich schlecht, wenn ich was für mich tue, während er so gut wie nie aus dem Haus kommt, den ganzen Tag im Sessel liegt und Schmerzen hat.“

„Wie lange geht das denn schon so?“

„Mindestens ein Jahr, und die OPs, die helfen sollten, haben es noch schlimmer gemacht. Im Moment ist er total abhängig von mir. Er hat Angst zu stürzen und traut sich nicht mal in den Garten deshalb“

„Was ist denn mit seinen Freunden?“

„Die leben alle weit weg und er war ja immer schon eher zurückgezogen. Das rächt sich jetzt“

„Du bist also die einzige Person, zu der er Kontakt hat.“

„Ja, fast, und damit wird er immer mehr von mir abhängig und dadurch fühle ich mich gefangen und hilflos, weil ich ihm nicht helfen kann, nichts tun kann, was es besser machen könnte. Und gleichzeitig bin ich genervt, weil ich selbst auch kaum noch aus dem Haus komm.“

„Ich verstehe. Es ist aber wichtig, dass du gut für dich selbst sorgst.“

„Ach, das ist so eine abgedroschene Phrase. Wenn ich wirklich für mich selbst sorgen will, dann müsste ich dreimal in der Woche Ausdauertraining machen, zweimal Krafttraining und meine Übungen für die Beweglichkeit. Außerdem jeden Stress vermeiden, meditieren und mich fleischlos ernähren. Du weißt ja, die Diabetes, die Arthrose, der hohe Cholesterinspiegel und diese Hauterkrankung. Aber wie ich das neben all dem anderen Kram auch noch hinkriegen soll, ist mir ein Rätsel.“

„Hey, ich wollte dich jetzt nicht belehren. Ich verstehe, dass gerade alles ein bisschen schwierig ist.“

„Ich versuche ja, jeden Tag so gut es geht zu leben. Was Schönes zu kochen, den Garten zu genießen, die Spaziergänge mit dem Hund.“

„Nimm Schreiben noch mit auf diese Liste. Das hat dir immer gut getan du machst es doch für dich, nicht für andere. Außerdem bist du ja dann auch im Haus, falls Peer etwas braucht.“

„Ok, ich versuch’s…. und sorry, ich will nicht negativ sein. Ich weiß ja, dass nichts so bleibt wie es ist und auch diese Phase vorübergehen wird. Irgendwie.“

„Gut.“

„So, und jetzt genug von mir. Wie geht es Dir? ….“

Alltagssplitter

Montag

Verschlafen. Stürze direkt vom Bett an den Schreibtisch. Bin dankbar, dass Peer schon mal Kaffee gekocht hat. Der Küchenstuhl, der mein Homeoffice ziert, ist trotz Kissen deutlich unbequemer als mein Bürostuhl.

Dienstag

In der Mittagspause mache ich den Abwasch und gehe schnell mit dem Hund Gassi. Die Sonne strahlt und ich muss mich zwingen, in mein Homeoffice zurückzukehren. Da der Fahrtweg entfällt, habe ich schon um 16.30 Uhr Freizeit. Herrlich! So könnte es immer sein.

Mittwoch

Präsenztag. Ich bin überrascht, wie sehr ich mich darüber freue, meine Kollegen zu sehen.  Kein Tratsch in der engen Teeküche, dafür bleibe ich auf dem Weg zu meinem Büro an jeder offenen Tür stehen, um ein bisschen zu plaudern. Im Flur riecht es nach Desinfektionsmitteln.

Donnerstag

Mein Sohn ruft an. Das Paket, das ich eine Woche vor Ostern aufgegeben habe, ist endlich angekommen. Eigentlich wollte ich im April ein paar Tage bei ihm in Berlin verbringen. Den Kurztrip nach Wien im Mai kann ich auch knicken. Der Osterbrunch mit der ganzen Familie ist ins Wasser gefallen und überhaupt… Dieser blöde Virus! Ich will, dass er verschwindet. Sofort!!!

Freitag

Die Sonne scheint. Warum nicht draußen telefonieren? 5 Minuten geht es gut, bis der Hund anfängt zu kläffen. Kurz vor 15.00 Uhr die letzte Mail ans Team. Wochenende! Ich schließe das Homeoffice und fahre in den Baumarkt – Blumen kaufen.  

Samstag

Überall in der Nachbarschaft brummen die Rasenmäher, ich stimme ein in das Konzert. Ich bin so dankbar, das schöne Wetter im Garten genießen zu können, ohne an die 2 Meter-Abstands-Regel zu denken.