Sinnliches

Vor einigen Jahren habe ich einen Klienten betreut, dessen Geruchsnerv bei einem Unfall zerstört wurde.  Unglücklicherweise war dieser Mensch Koch, ein sehr guter sogar, der ein bekanntes Restaurant geführt hatte. Wie ihr sicherlich wisst, hängt unsere Fähigkeit zu schmecken eng mit dem Geruchssinn zusammen. Denkt nur mal dran, wie schal alles schmeckt, wenn wir einen dicken Schnupfen haben.  Was der Verlust des Geschmackssinn für diesen Koch bedeutet hat, könnt ihr Euch sicher ausmalen.

Für uns alle ist es selbstverständlich, zu riechen und zu schmecken. Wir genießen unser Essen so sehr, dass es kein Fest und kein Ereignis gibt, das nicht durch kulinarische Genüsse aufgewertet wird. Wir empfinden Ekel, wenn wir vergammeltes Essen sehen und riechen sofort, wenn die Erbsensuppe im Topf anbrennt.

Könnt ihr Euch ein Leben ohne Riechen und Schmecken vorstellen? Es gibt Menschen, ganz wenige nur, die ohne Geschmacks- und Geruchssinn geboren werden. Seit einigen Wochen schreibt  einer von ihnen einen Blog auf WordPress:

Sinnesgeschichten von Jan Phillip Lehmker

Die Beschreibung seiner Erfahrungen sind hochinteressant,  nachdenklich stimmend und unterhaltsam.

Guckt mal rein, es lohnt sich wirklich!

 

Sie tun einfach, was sie wollen

 

Sie tun einfach, was sie wollen! Lassen uns mit der Arbeit sitzen und keiner hält sie auf. Sie können das!  Sie tun es!

Sarah hatte keine Lust mehr auf den Job. Sie habe sich die Arbeit anders vorgestellt. Die Klienten seien ja doch sehr anstrengend. Also kündigte sie am Ende der Probezeit. Es war ihr erster Job nach dem Studium. Sie schrieb noch an ihrer Masterarbeit, als wir sie einstellten.  Der Arbeitsmarkt ist super.  Sarah weiß um ihren Wert.

Anna war schon ein ganzes Jahr bei uns. Sie ist Mitte 30. Hatte im Januar grade Urlaub, war durch Japan gereist. Nun die Kündigung: als ihre Freundin zu ihrem Freund zog und ihr die Wohnung in München anbot und ihr Vermieter fast zeitgleich Selbstbedarf angemeldete, sei ihr das wie ein Zeichen erschienen.  Sie ziehe noch in diesem Monat um und werde dann zwei Monate reisen. Durch Kanada, vielleicht noch ein Abstecher nach Florida. Vor Juni wolle sie sich keinen neuen Job suchen.

Die Kündigungen haben mich gewurmt. Ich war neidisch. Ich war traurig. Ich war wütend. Ich habe mein Leben und mich selbst in Frage gestellt.

Habe mich im Selbstmitleid gesuhlt. Bin übers Wochenende nach Berlin gefahren. Ein Fehler. Lauter junge Leute dort. Fühlte mich alt  und außen vor.

Montag dann gleich die ersten Vorstellungsgespräche, Vertretungsregelungen durchsetzen. Die kurzen Kündigungsfristen machen es nicht leichter. Der Alltag ließ keine Zeit mehr für Selbstmitleid. Sorgte wieder für einen klaren Blick.

Die Welt hat sich verändert, seit ich Ende 20 war.  Die Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten heute sind phantastisch, Reisen selbstverständlich geworden.  Was habe ich in den 70iger gespart, um mein Jahr in den USA zu finanzieren. Später waren wir mit Daumen, Rucksack und Bus unterwegs. Haben Reiseführer studiert. Heute gibt es Reiseblogs, Billigflüge und ‘ airbnb‘. Das steht auch mir offen. Also, warum beklage ich mich?

Es ist nicht ihre Schuld, wenn mir mein Leben hin und wieder zu eng ist. Wenn ich es mir als Schwäche vorwerfe, Risiken gemieden zu haben.

Zeiten ändern sich. Gefühle zum Glück auch. Der Neid, die Trauer und die Wut sind verflogen. Ich erinnere mich wieder, warum mir nach der Geburt der Kinder Sicherheit wichtig war, ich Jobwechsel gescheut habe.

Geblieben ist die Erkenntnis, dass ich nicht zufrieden bin, dass mir etwas fehlt in meinem Leben. Was das ist, werde ich sicherlich herausfinden. Und dann breche ich aus meiner Komfortzone aus. Und sei es nur für einen Nachmittag!

 

O – wie Oldtimer

Trinas Welt von A – Z

Für mich sind Autos immer ein Mittel gewesen, um von A nach B zu kommen. Ich hänge nicht sonderlich an meinen Fahrzeugen und manchmal behandle ich sie auch nicht so gut, wie sie es verdienen. Ganz anders mein Mann. Er liebt Autos und ganz besonders liebt er Oldtimer. Er kennt sämtliche Automarken der 50iger bis späten 80iger Jahre, auch viele ältere, und weiß immer sofort, um welches Modell es sich handelt.

Ihm zuliebe besuche ich in den wärmeren Monaten häufig Oldtimermeetings und habe mittlerweile auch richtig Spaß daran. Ich komme an Orte, die ich sonst nicht besucht hätte, treffe andere nette Menschen und auf vielen Meetings gibt es Musik und Kaffee und Kuchen. Faszinierend auch, welche  Erinnerungen plötzlich wieder auftauchen. Ich kann höchstens vier gewesen sein, als ich in einer Isetta mitfuhr. Ich erinnere mich noch gut daran, wie die Tür vorne aufgeklappt wurde.  Und mein Cousin bekam mit 18 Jahren eine Ente geschenkt, mit der er angab, dass es kaum noch zu ertragen war. Irgendwann hatten wir auch mal einen Opel Kapitän, der so groß war, dass meine Mutter, die grade mal 1,55 m ist, sich zwei Kissen unter den Po legen musste, um über das Lenkrad zu gucken. Mein Bruder und ich fanden das Auto toll, es war riesig und wir fühlten uns großartig darin. Mein erstes Auto war ein weißer Käfer, unverwüstlich und ich kam mit ihm in jede Parklücke, was mir mit meinem jetzigen Auto, trotz Einparkhilfe nicht immer so gut gelingt.

Die Fotos sind letztes Jahr in Celle entstanden. Das war ein riesiges Meeting, die Innenstadt und der Schlosspark waren voller Menschen und Autos und da werde ich dieses Jahr bestimmt wieder hinfahren.