Fast hätte ich vergessen, es zu erwähnen: Trotz einiger Rückfälle habe ich heute morgen nur noch 89 kg gewogen, also ein volles Kilo abgenommen.
Ich bin zufrieden!
Sweet Sixty-Five: eine Reise in einen neuen Lebensabschnitt
Fast hätte ich vergessen, es zu erwähnen: Trotz einiger Rückfälle habe ich heute morgen nur noch 89 kg gewogen, also ein volles Kilo abgenommen.
Ich bin zufrieden!
Diät oder Ernährungsumstellung – Was ist besser zum Abnehmen?.
Hier ist ein Artikel, der mich sehr motiviert, weiterhin meinen Weg zu gehen.
Allerdings bin ich davon überzeugt, dass es mit einer Ernährungsumstellung allein nicht getan ist, sondern dass noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Um langfristig nicht wieder in altes Verhalten zurück zu fallen, ist es außerdem unabdingbar, die Dinge, die hinter meiner Gewichtszunahme stehen, zu erkennen und zu ändern.
Was ich hier schreibe, bezieht sich natürlich nur auf meine eigenen Erfahrungen und muss auf andere Menschen nicht unbedingt zutreffen.
Bewegung
Abnehmen und das Gewicht halten wird durch ausreichend Bewegung unterstützt, das wissen wir alle. Nach meinen Erfahrungen sollte man seine Gewohnheiten auch hier schrittweise umstellen. Ich habe mehr als eine Phase in meinem Leben gehabt, in der ich schnell abnehmen wollte und zur Unterstützung meiner Diäten gleichzeitig in ein volles Sportprogramm eingestiegen bin.
Die fast täglichen Besuche im Fitnessstudio habe ich dann mal drei, mal 4, einmal sogar fast ein ganzes Jahr durchgehalten, aber irgendwann war dann die Luft raus und das Sofa erschien wieder als bessere Alternative.
Diesmal versuche ich Bewegung sehr langsam und in sehr kleinen Schritten in meinen Alltag zu integrieren. Die Runde mit dem Hund 5 oder 10 Minuten verlängern, Treppensteigen auf dem Weg ins Büro. Als nächsten Schritt möchte ich 5 Minuten Gymnastik vor der Dusche am Morgen in meinen Tagesablauf einbauen, aber noch hat sich die Gewohnheit mit dem Spaziergang mittags nicht verfestigt. Da habe ich in den vergangenen zwei Wochen mehr als einmal geschlampt.
Ausreichend Schlaf
Schlafmangel macht hungrig. Das habe ich grade gestern wieder am eigenen Leib erfahren. Donnerstagabend war ich ja von meinem Chef zum Essen eingeladen. Es war ein wirklich netter Abend und ich war erst gegen 01.00 Uhr wieder zu Hause. Morgens klingelte der Wecker erbarmungslos und ich war den ganzen Tag über extrem müde.
Und was habe ich getan?
Ich habe zuviel gegessen. Keine Süßigkeiten, aber eine viel zu große Portion mittags und zwischendurch brauchte ich dann noch ein Brot mit Erdnussbutter, und abends musste es Pasta sein mit Sahnesoße.
Es gibt viele recht gute Artikel zum Thema ‚Schlaf und Abnehmen‘ und ich werde sicherlich in den nächsten Monaten noch einiges darüber schreiben.
Lernen, mit Stress umzugehen
Ähnlich wie bei Müdigkeit, löst Stress bei mir Verlangen nach Nahrung aus. Sowohl nach Süßem als auch nach großen Portionen. Das Essen gibt mir dann das Gefühl „gestärkt“ zu sein und den Anforderungen besser begegnen zu können. Bei Stress sehne ich mich meist nach Franzbrötchen und nach Bergen von dampfender Pasta. Eine gesunde Gemüsesuppe oder ein Salat würde mir in Stresssituationen gar nicht helfen.
Wie lernt man also, Stress zu bewältigen?
Auch damit werde ich mich in den nächsten Monaten näher beschäftigen und hier darüber berichten. Schon mal vorweg glaube ich aber, dass auch bei der Bewältigung von Stress die inneren Einstellungen und Überzeugungen eine entscheidende Rolle spielen. Meine Einstellung zu Leistung und Pflicht sowie meine Ansprüche an meine eigene Arbeit bestimmen wesentlich mit, welche Anforderungen ich als Stress empfinde. Ebenso bestimmte Überzeugungen z. B. darüber, wofür ich verantwortlich bin oder wie viel ich anderen zutraue.
Selbst schädigende Einstellungen und Überzeugungen aufspüren und ändern
Ungesundes Essverhalten ist nach meiner Überzeugung selbst schädigendes Verhalten.
Es gibt bestimmt Situationen, in denen ich grundsätzlich zu viel esse. Z. B. auf Feiern, wenn ich zum Essen eingeladen bin, wenn jemand anderes für mich gekocht hat oder eben beim gemeinsamen Mittagessen auf der Arbeit.
Auch hier sind es Überzeugungen, die mich darin hindern, nur so viel zu essen, wie mir gut tut. Z. B. die Überzeugung, dass ich den Gastgeber nicht enttäuschen darf, indem ich nur kleine Portionen esse.
Lernen, mit meinen Gefühlen angemessen umzugehen und lernen, mich selbst zu lieben
Ich weiß ganz genau, dass es mir nicht gut tut, 1000 ml Eiscreme beim Fernsehen zu vernaschen. Es tut mir auch nicht gut, 4 Stück Kuchen zu essen, oder ein Pfund Schweinebraten mit Klößen und Kraut in mich hineinzustopfen.
Trotzdem tue ich das in regelmäßigen Abständen. Und nicht nur in Stresssituationen.
Ich missbrauche Essen für vielerlei Dinge. Essen tröstet mich, wenn ich traurig bin, Essen beruhigt mich, wenn ich Angst habe, Essen hilft mir, Wut und Ärger nicht zu spüren. Essen belohnt mich, wenn ich etwas toll gemacht habe, Essen füllt die Leere, wenn mir langweilig ist, Essen lenkt mich ab, wenn ich ein Problem habe, Essen hilft mir, meine Bedürfnisse nicht zu spüren.
Früher haben sich Zigaretten und Essen diese Aufgabe geteilt, deshalb konnte ich mein Gewicht meist relativ gut halten.
Jetzt missbrauche ich vor allem Nahrung, um mit meinen Gefühlen umzugehen und deshalb habe ich in den vergangenen 5 Jahren auch stetig zugenommen.
Ich möchte lernen, mich selbst zu lieben. Das bedeutet für mich, zu lernen, mich selbst anzunehmen und mich so zu akzeptieren, wie ich grade bin. Also auch meine Gefühle zu akzeptieren und ernst zu nehmen, statt sie schnell zu betäuben. Es bedeutet, liebevoll und fürsorglich mit mir umzugehen, und noch vieles, vieles mehr, worüber ich sicherlich noch öfter schreiben werde.
Beim Abnehmen geht es mir nicht nur um mein Gewicht, sondern vor allem darum, ein erfülltes und glückliches Leben zu führen. Die zu sein, die ich bin!
Ich liebe meine Mutter. Aber manchmal verstehe ich sie nicht.
Schlank sein war für sie immer von besonderer Bedeutung. Noch heute, mit 76 Jahren verkündet sie stolz, dass sie 3 kg abgenommen hat, seit sie die neuen Tabletten nimmt. Dabei trägt sie, solange ich sie kenne, Größe 38.
Über Frauen, die dick sind, redet sie eher abfällig: „… so würde ich mich ja nie gehen lassen“ oder „…. man kann doch ein bisschen auf sich achten….“
Es fällt ihr sofort auf, wenn jemand zugenommen hat. „Nicole hat aber ganz schön zugelegt, mal sehen wie lange Timo das wohl mit ansieht….“.
Schlank sein ist für sie ein Synonym für Erfolg, Attraktivität und Selbstdisziplin
Nun hat sie natürlich ein Problem mit mir. Ihre Tochter ist dick geworden. Zum Vorzeigen nicht mehr geeignet.
Zu Ostern hat sie mir Almased geschenkt.
Kurz vorm Urlaub hat sie mir Fischölkapseln verabreicht. „Ingrid hat schon 7 kg abgenommen, seit sie die nimmt, weil sie dadurch überhaupt keinen Hunger mehr hat“.
Ich spreche nur ungern über mein Gewicht mit ihr. Sie behandelt mich dann, als sei ich schwer krank. „Sprich doch mal mit deinem Arzt, das er dir mal was verschreibt, dass das Wasser aus den Körper treibt.“ „Das ist ja nicht normal bei dir, lass dich doch noch mal gründlich untersuchen…“ Dazu dann ein besorgter und mitleidiger Blick…
Und heute, als ich wieder mal 130 km gefahren bin, um sie zu besuchen, da stellt sie einen noch warmen, frisch gebackenen, herrlich duftenden Pflaumenkuchen mit Bergen von Schlagsahne vor mir hin. „Den isst du doch so gerne…“
Wie bin ich froh, dass ich schon über 50 bin und die Spielchen, Macken und Widersprüchlichkeiten meiner Mutter kenne und mit ihnen im Reinen bin.
Vor 15 Jahren wäre mir sonst heute nämlich der Kragen geplatzt.