Alte Bekannte: Frau Mandel und Frau Pelle

Vor einigen Monaten habe ich über meine beiden Mitarbeiterinnen, Frau Mandel und Frau Pelle geschrieben. Nun haben beide ihre Probezeit überstanden und sind gut eingearbeitet.

Frau Pelle brachte mich in den ersten Wochen oft innerlich zur Weißglut, hatte sie doch auf  jeden Hinweis und jede Kritik von mir ein „Ja, aber ….“ bereit. Es fiel ihr schwer zu akzeptieren, dass unsere Arbeit komplex ist und dass ein jeder eine gewisse Zeit braucht, um auch die Feinheiten unserer Tätigkeit zu beherrschen. Sie wollte alles richtig und perfekt machen. Mittlerweile haben wir uns zusammen gerauft und sie entwickelt sich prächtig.

Frau Mandel hingegen zeigte sich stets kooperativ und einsichtig. Trotzdem ärgere ich mich zunehmend über sie. Sie weiß, wie man Sympathien gewinnt, und das nutzt sie für sich. Mittlerweile ist sie in der Firma, insbesondere bei den männlichen Mitarbeitern, sehr gut vernetzt. Unglücklicherweise vergisst sie darüber ihre eigenen Klienten. Für die hat sie nämlich immer weniger Zeit, weil sie ständig für Kollegen aus anderen Abteilungen einen kleinen Gefallen zu erledigen hat. Mal ein Gutachten erstellen, weil deren Psychologin grad so viel zu tun hat, mal ein Einzelcoaching für jemanden, der dafür eigentlich gar nicht vorgesehen ist.

Es gelingt Frau Mandel nicht, eine Beziehung zu ihren Klienten herzustellen, wenn sie über diese spricht, dann mit sind ihre Aussagen zwar richtig, bleiben aber an der Oberfläche. Sie geht nicht in die Tiefe, sie stellt fest, aber sie zieht keine Schlussfolgerungen. Statt dessen wendet sie sich dem nächsten zu, weil sie das auch soooo interessant findet. Sie hält alle Arbeitsschritte ein, sie arbeitet zügig und viel, aber sie vermittelt nie den Eindruck, dass ihr die Arbeit mit diesen gesundheitlich doch schwer eingeschränkten Menschen, am Herzen liegt.

Unsere Mitarbeiter haben viele Freiräume und unsere Abteilungen arbeiten eng zusammen. Und Frau Mandel erkennt nicht, wo ihr Platz ist, trotz mehrerer Mitarbeitergespräche, in der ich meine Beobachtungen und Bedenken geäußert habe.  Die (männlichen) Kollegen aus den anderen Abteilungen verniedlichen das Problem („das war doch nur eine Stunde…“)

Natürlich frage ich mich, was ihre Motive sind. Sie möchte gemocht werden, das ist klar, und sie baut dabei auf ihre großen Augen und ihr hübsches Gesicht. Sie möchte sich jedoch auch in der Firma etablieren und unentbehrlich machen. Unglücklicherweise erhält sie von den männlichen Mitarbeitern viel Unterstützung, denn die freuen sich natürlich, dass da jemand ist, der schnell mal etwas für sie tut und dabei noch hübsch aussieht. Ich habe noch nicht erlebt, dass sie unseren bärtigen, männlichen Psychologen um Unterstützung bitten. Merkwürdigerweise trauen ihr die männlichen Kollegen sehr viel mehr zu als ich, allerdings arbeiten besagte Kollegen auch nicht mit psychisch Erkrankten, sondern mit Unfallverletzten und Langzeitarbeitslosen und finden die Klienten, die wir betreuen, ohnehin eher gewöhnungsbedürftig.

Die Kollegen, die sehr eng mit Frau Mandel zusammen arbeiten und immer häufiger Dinge auffangen müssen, die sie vernachlässigt hat, grenzen Frau Mandel zunehmend aus. In den Teamsitzungen muss ich sie auffordern, mit ihr zusammen zu arbeiten, niemand kommt mehr auf die Idee, ihr Hilfe oder die Zusammenarbeit anzubieten. Frau Mandel nimmt dies nicht wahr oder es berührt sie nicht sonderlich, denn schließlich hat sie mittlerweile genug Kontakte im Haus, wo sie sich Anerkennung und Bauchpinselei holen kann.

Ganz ehrlich, ich hoffe, dass bald eine Stelle in einem anderen Bereich frei wird, und ich Frau Mandel dafür wärmstens empfehlen kann.

Bitte denkt nicht, dass ich auf ihre Jugend und ihr Aussehen neidisch bin. Frau Pelle ist genauso jung und genauso hübsch, aber sie ist ernsthaft und gibt sich große Mühe, alle Aspekte der Tätigkeit zu erlernen. Das Projekt, in dem Frau Mandel arbeitet, liegt mir besonders am Herzen, denn dort betreuen wir Menschen, denen niemand mehr zugetraut hat, noch einmal in ihrem Leben zu arbeiten. Ich habe den Bereich aufgebaut und stecke in jedem Detail und das Team hat es tatsächlich geschafft, alle Klienten wieder in Lohn und Brot zu kriegen. Ich bin sehr stolz auf diese Arbeit und unterstütze mein Team, wo ich nur kann und ich möchte nicht, dass unsere gute Qualität durch die Flatterhaftigkeit einer Therapeutin untergraben wird.

Meine Glücksliste

Vor einiger Zeit bin ich ja dem Tipp eins Artikels zum Thema ‚Glück‘  gefolgt, und habe mir eine Liste mit 30 Dingen, die mir ein Glücksgefühl geben, erstellt. Ehrlich gesagt, war das gar nicht so einfach, denn viele dieser kleinen Momente sind flüchtig und schnell wieder vergessen. Seit ich aber mit dieser Liste angefangen habe, fallen mir immer mehr Dinge, die mich glücklich stimmen ein bzw. auf.

Hier sind weitere 5 Glücksauslöser:

  • Mein Hund: ich liebe es, ihr beim Laufen zuzusehen. Sie ist blitzschnell und geschmeidig und sie liebt es, Bällen und Stöckchen hinterher zu jagen. Ihr beim Spielen mit anderen Hunden zuzusehen, macht einfach nur Spaß, ganz zu schweigen von ihrer liebevollen, übermütigen Begrüßung jeden Abend, wenn ich von der Arbeit komme.
  • Lernen: ja, ich bin ein Streber. Ich lerne gern. Ich mache Online-Kurse bei Coursera (https://www.coursera.org/), die ich jedem, der Englisch oder Spanisch spricht, nur empfehlen kann. Die Kurse sind übrigens kostenfrei. Ich entdecke hier wieder die Freude an Themen, die ich schon früher mochte: Kunst, Literatur, Geschichte. Es macht mich glücklich, etwas Neues zu lernen, Ideen kennen zu lernen, den  Blickwinkel zu verändern.
  • Für viele Leute kochen: das kann zwar anstrengend werden, aber ich liebe es trotzdem. Tagelang über Kochbücher sitzen, Menüs oder ein Buffet zusammenstellen, die Abläufe planen, einkaufen, vorbereiten, den Tisch decken und dekorieren, dabei immer noch mal was verändern, die Panik, wenn etwas nicht gelingt, und dann endlich der Anblick des Tisches und der Speisen. Während des ganzen Prozesses beflügelt mich die Vorfreude auf das Ereignis, darauf, meine Freunde und Familie so richtig verwöhnen zu können.
  • Abfahrten: ich liebe den Moment, in dem eine Reise beginnt. Ob ich mit dem Auto unseren Ort verlasse und Richtung Süden oder Norden fahre, ob ich im Zug sitze, wenn dieser grade den Hauptbahnhof verlässt oder im Flieger, wenn dieser aufs Rollfeld fährt, in diesem Moment fühle ich mich glücklich, egal, ob ich einen Tagesausflug oder eine lange Reise mache.  Der Alltag fällt in diesem Moment von mir ab, ich kann entspannen, ich weiß noch nicht, was auf mich zukommt, aber in diesem Moment ist es egal, ich bin zwischen zwei Welten.
  • Eine Umarmung: ist Euch einmal aufgefallen, wie gut eine Umarmung tut? Wie geborgen man sich fühlt, wie plötzlich die Spannung aus dem Körper geht? Ich liebe es, umarmt zu werden. Leider passiert das nicht so oft, wie ich es mir wünsche. Deshalb habe ich gelernt, es meinem Liebsten zu sagen, wenn ich mal  ganz dringend eine brauche und mittlerweile kommt er auch selbst, wenn ihm mal danach zumute ist. Und da mir Umarmungen so gut tun, verteile ich sie auch sehr gern an Kinder, Freunde und sonstige Umarmungsbedürftige.

Fortsetzung folgt.

Dieser Blog hat heute Geburtstag!

Es ist genau ein Jahr her, dass ich hier verkündete, 20 kg in einem Jahr abnehmen zu wollen.

Diesen Blog gibt es also schon ein ganzes Jahr und in diesem ganzen Jahr habe ich nicht ein Kilo abgenommen. Aber auch nicht ein Gramm zugenommen. An manchen Tagen wiege ich sogar ein oder zwei Kilo weniger als am 24. August 2012.

Bin ich deshalb nun traurig?

Nein, denn in diesem Jahr habe ich viel nachgedacht über mein Leben, die Rolle, die mein Gewicht darin spielt, über meine Werte und meine Ziele. Ich habe verstanden, dass der dicke Bauch, die vielen Polster und Kurven eine Bedeutung haben. Einige Pfunde sind durch vergangene schlimme Situationen entstanden, gehören der Kategorie Kummerspeck an. Andere haben sich durch viel zu viele Stresshormone angesammelt, wieder andere sind ein Zeichen dafür, dass ich einfach gern esse, ein paar andere Pfunde sind durch Bewegungsmangel entstanden und dann sind da die, die entstanden sind, weil ich älter geworden bin und deshalb weniger Kalorien als früher brauche.

In diesem Jahr habe ich gelernt, mich meiner Kurven, Polster und Röllchen nicht mehr zu schämen, sie nicht mehr unter sackartigen Gewändern zu verstecken, sondern sie zu zeigen. Die Pfunde haben ihren Schrecken verloren.

 

Das heißt aber nicht, dass mir mein Aussehen egal ist. Das überhaupt nicht! Ich liebe Make-up, lange Duschen, Cremes und Lotionen, Düfte und hübsche Kleidung. Und das soll auch so bleiben.

Eigentlich wollte ich diesen Blog deshalb an diesem Tag umbenennen. Statt Abnehmtagebuch sollte ein ‚über 50, na und‘ – Tagebuch entstehen. Doch nun hat sich eine lang gehegte dunkle Ahnung bestätigt und dieser Blog bleibt zumindest in Teilen ein Abnehmtagebuch.

Mein Arzt hat mir in der vergangenen Wochen, nach ich weiß nicht, wie vielen Blutentnahmen,  eröffnet, dass meine Cholesterinwerte viel zu hoch sind und meine Blutzuckerwerte so gar nicht in Ordnung. Tja, und da hilft nur das Vermeiden von  Fettem und Süßen, von Weißmehl,das Reduzieren von Stress, Bewegung, Bewegung, Bewegung, Verzicht auf Alkohol (hin und wieder ein Glas Wein ist ok) und Bewegung,Bewegung und nochmal Bewegung. Der gute Doc bestand auch auf Tabletten, die ich, wenn ich brav bin und wirklich abnehme, Sport treibe und mich ganz gesund ernähre, vielleicht auch wieder absetzen darf.

Ich bin übrigens familiär vorbelastet. Mama, Onkel und Tanten haben durch die Bank weg Diabetes Typ 2 entwickelt, und ganz ehrlich, ich habe überhaupt keine Lust auf Insulin .

Deshalb also noch mal von vorn, es geht wieder los, ich will abnehmen  und hin und wieder werde ich auch  auf die Waage steigen. Aber nur, wenn der Hosenbund locker sitzt, denn die Zahl auf der Waage kann ja auch ganz schön viel Stress auslösen und das will ich ja vermeiden.