Wir treffen uns auf einen Kaffee…

Wir treffen uns auf einen Kaffee

… und ich frage Dich, wie es Dir geht. Hast Du einen guten Start ins neue Jahr gehabt? Ich sage Dir, wie schade ich es finde, dass wir uns so selten sehen.

Wir treffen uns auf einen Kaffee

… und ich jammere ein bisschen, weil ich über die Feiertage zugenommen habe und weil ich beim Haare färben die falsche Farbe erwischt habe und ich nun gar nicht mehr gern in den Spiegel blicke.

Wir treffen uns auf einen Kaffee

… und ich schimpfe über das Wetter und darüber, dass mein Hund Durchfall hatte und ich ihn dreimal heute Nacht in den Garten lassen musste. Und ja, Du hast Recht, ich habe großes Glück, einen Garten zu haben, es wäre viel schlimmer, wenn ich mich hätte anziehen und nach draußen auf die Straße hätte gehen müssen.

Wir treffen uns auf einen Kaffee

… und ich erzähle Dir, wie anstrengend ich die erste Woche auf der Arbeit fand. Einer meiner besten Mitarbeiter hat gekündigt und es hat mich nicht überrascht, weil ich um seine Unzufriedenheit wusste. Es tut mir leid, dass er geht. Persönlich, weil ich ihn mag, und als Vorgesetzte, weil er eine große Lücke hinterlassen wird.

Wir treffen uns auf einen Kaffee

… und ich erzähle Dir, wie traurig es mich macht, meinen Vater bei seinem langsamen Von-uns-gehen zu beobachten. Er ist da, und doch nicht mehr bei uns und ich kann nur hoffen, dass er sich warm und geborgen fühlt und nicht leidet. Ich bitte Dich um Verständnis dafür, dass im Moment die Familie Vorrang hat und ich viel weniger Zeit als sonst habe, um mich mit Dir zu treffen.

Wir treffen uns auf einen Kaffee

…und ich möchte wissen, was Dich grade beschäftigt? Welche Themen bewegen Dich? Ich erzähle Dir, dass ich mich über die sogenannte Flüchtlingskrise ärgere, über die Berichterstattung in den Medien und dass ich am liebsten jeden Tag irgendetwas kommentieren möchte. Ich erzähle Dir auch, dass mich schon lange nichts mehr bewegt hat wie dieses Thema und dass ich mich sorge, dass wir darüber die vielen anderen Dinge, die in der Welt geschehen vergessen. Ich sage Dir, dass ich auch heute noch fest davon überzeugt bin, dass wir das schaffen, mit all den Menschen, die nun zu uns kommen.

Wir treffen uns auf einen Kaffee

…und ich höre zu, was Du sagst. Du erzählst mir, dass Du Dein Leben als Geschenk und jede Krise und jedes Problem als Aufgabe siehst, die Dir aufgetragen wird. Du sagst mir, dass Du dankbar für jede Deiner Aufgaben bist, weil sie Dir helfen, Dich weiter zu entwickeln und Du von ihnen lernst. Du glaubst fest daran, dass Du nur Aufgaben bekommst, die Du auch bewältigen kannst, auch wenn es manchmal so aussieht, als würdest Du daran zerbrechen. Aber Du schaffst das. Deine Worte trösten mich und ich höre Dir gern zu.

Wir treffen uns auf einen Kaffee

…und umarmen uns zum Abschied und ich sage Dir, wie dankbar ich für die Freundschaft mit Dir bin. weil jedes Gespräch mit Dir mich ein Stück weiterbringt und ich gestärkt daraus hervorgehe und weil ich Dich einfach unheimlich gern hab.

Kaffeezeit

Übung 11 aus Writing101: No matter what type of blog you have, it’s sometimes necessary to post updates: from project news to personal messages about what’s going on in your life. One creative approach to an update post is a „virtual coffee date, which is like catching up with an old friend over a cup of coffee.

5 Gedanken zu “Wir treffen uns auf einen Kaffee…

  1. trina59 11. Januar 2016 / 08:54

    Danke! Wünsche Dir eine gute Woche :-), LG Trina

  2. claudi661 11. Januar 2016 / 07:17

    Hey, vielen lieben Dank für den wunderschönen Beitrag. Ich schließe mich Ralf an. Diesen Abschnitt finde ich auch am schönsten. LG Claudi

  3. freiedenkerin 10. Januar 2016 / 16:57

    Da erkennt man, wie gut und wohltuend es ist, richtige Freunde/innen zu haben.

  4. Ralf Hauser 10. Januar 2016 / 16:05

    Dieser Absatz deines Artikels gefällt mir am besten. Bisher ist es mir noch nicht gelungen, die Unannehmlichkeiten des Lebens auf diese Art und weise zu deuten. …und ich höre zu, was Du sagst. Du erzählst mir, dass Du Dein Leben als Geschenk und jede Krise und jedes Problem als Aufgabe siehst, die Dir aufgetragen wird. Du sagst mir, dass Du dankbar für jede Deiner Aufgaben bist, weil sie Dir helfen, Dich weiter zu entwickeln und Du von ihnen lernst. Du glaubst fest daran, dass Du nur Aufgaben bekommst, die Du auch bewältigen kannst, auch wenn es manchmal so aussieht, als würdest Du daran zerbrechen. Aber Du schaffst das. Deine Worte trösten mich und ich höre Dir gern zu.

  5. Monika-Maria Ehliah 10. Januar 2016 / 14:14

    … der eine trage des anderen Last …
    und geteiltes Leid ist halbes Leid,
    geteilte Freude – doppelte Freude !
    Alles hat Seine Zeit!
    Segen!
    M.M.

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