Sonntagsgedanken: Trampelpfade

Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern, aber du kannst jetzt anfangen und das Ende ändern“ (Maya Angelou, amerikanische Bürgerrechtlerin)

„Im Walde zwei Wege boten sich mir dar und ich ging den, der weniger betreten war – und das veränderte mein Leben“ – Walt Whitman (amerikanischer Lyriker des 19. Jh.)

Vor ein paar Tagen, auf einem Spaziergang, schoss mir plötzlich der Gedanke durch den Kopf, dass ich mich selbst nicht sonderlich ernst nehme. Ich war wieder einmal zur Arbeit gegangen, obwohl ich mich wegen einer Magenschleimhautentzündung schlapp und angeschlagen fühlte.

Die Erkenntnis ist nicht neu. So mache ich es seit Jahrzehnten. .

Ich höre nicht auf mich.. Bin Meisterin darin, meine Wünsche und Bedürfnisse zu ignorieren. Mich nicht wichtig zu nehmen. Oft anderen zuliebe, manchmal aus Bequemlichkeit. Was habe ich davon?

Kopf und Verstand sind gut entwickelt. Selbstachtung, Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge sind zugunsten von Anpassung und Gefallen-wollen verkümmert. Selbstausbeutung und manchmal auch ausgebeutet werden. Ein Leben, das sich in dunklen Momenten falsch anfühlt.

Daher sehe ich es als meine Lebensherausforderung zu lernen, auf mich selbst zu hören. Ich übe, wahrzunehmen, was ich fühle, was ich brauche, was ich mir wünsche, worauf ich Lust habe. Dafür mache ich Qi Gong, dafür lerne ich meditieren.

Wie immer habe ich den Anspruch, sofort großartig darin zu sein, und meine Verhaltensmuster binnen weniger Tage zu ändern.

Leider gelingt mir das nicht. Ich habe schon Schwierigkeiten wahrzunehmen, wozu ich eigentlich gerade richtig Lust habe.

Während ich dies schreibe, muss ich ein bisschen über mich selbst lachen. Habe ich doch jahrzehntelang meinen Klienten folgendes mit auf den Weg gegeben: