3 Gründe, warum es beim Abnehmen nicht vorwärts geht

Also, wenn ich mal ganz ehrlich bin, klappt das mit dem Abnehmen bislang noch nicht so richtig. Das Gewicht stagniert und mein Doppelkinn kam mir heute morgen deutlich dicker vor als sonst. Das mag an der Erkältung liegen, mit der ich grad zu tun hab (und wegen der ich heute mal nicht auf der Arbeit bin), ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich meinen Plan nicht wirklich umsetze.

Woran liegt das? Natürlich an mir selbst. Denn ich bin es ja, die immer wieder den Spaziergang mittags ausfallen lässt und öfter in die Schokoladenschüssel greift, als gut ist.

Drei Dinge habe ich ausgemacht, die mich immer wieder dazu verleiten, meinen eigentlich guten Plan hinten an zu stellen:

  1. Meinen Mann
  2. Meinen Job
  3. das Landleben

Mein Mann

Mein Mann isst gern und mein Mann liebt deftiges Essen. Am liebsten Hausmannskost. Er hat auch eine Schwäche für Kuchen. Und trinkt gern ein Glas Wein. Er lobt mich oft für meine Kochkünste.

Ich finde es schön, abends mit meinem Mann gemütlich zu essen. Ich freue mich, wenn er meine Kochkünste lobt.  „Liebe geht durch den Magen“, sagt man doch, oder? 

Also koche ich ganz oft Dinge, über die er sich freut. Mit ihm freuen sich die Hersteller für Damenbekleidung in großen Größen.

Mein Job

Ich liebe meinen Job, aber er stellt mich täglich vor neue Herausforderungen. Wenn ich morgens ins Büro komme, weiß ich nicht, was der Tag bringt. Mal ist es eine Patientin, die sich das Klagen zum Hobby gemacht hat und grade uns und ihren Kostenträger zum Sündenbock für alle Probleme ihres bislang gescheiterten Lebens macht. Das kostet Nerven, Telefonate, lange Gespräche, Teamsupervisionen, Gespräche mit dem Kostenträger und noch vieles mehr. Dazwischen Emails mit Bitten um Rückruf, Informationsgespräche mit interessierten Menschen und deren Angehörige, Verwaltungskram, Organisatorisches und immer wieder Unterbrechungen durch das Telefon oder Mitarbeiter, die mit einem Anliegen vor der Tür stehen. Normaler Arbeitsalltag mit hoher Arbeitsdichte und immer wieder spannend. Für regelmäßige Pausen oder intensive Selbstfürsorge bleibt allerdings wenig Zeit. Wie oft schon habe ich mir vorgenommen, jetzt sofort meine 15-Minuten-Geh-Pause-an-der-frischen-Luft zu machen, als ein Anruf mich dieses Vorhaben wieder vergessen ließ. Statt dessen irgendwann der Griff in die Schokoladenschüssel.

Niemand zwingt mich, sofort auf jedes Anliegen einzugehen. Die täglichen Geschehnisse kann ich nicht beeinflussen, für die Organisation meiner Arbeitsabläufe bin ich allerdings selbst verantwortlich. Und da ist definitiv noch Optimierungspotential.

Das Landleben

Es ist schön bei uns auf dem Lande. Allerdings gibt es dort außer in der Landwirtschaft, im Tourismus und im Einzelhandel kaum Arbeitsplätze. Außerdem ist die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel schlecht. Deshalb verbringe ich jeden Tag drei bis vier Stunden im Auto. Sitzend und bewegungslos. Verbrauch an Kalorien  gleich Null.

Auch am Wochenende wird das Auto gebraucht. Der Einkaufsmarkt ist mit dem Fahrrad nicht zu erreichen, und der Fahrradkorb wäre auch zu klein für den Wocheneinkauf.

Seltsamerweise war ich viel öfter zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, als ich noch in der Großstadt lebte. Da ich damals viel früher zu Hause war und nicht so viel Energie auf der Autobahn ließ, hatte ich auch noch den Elan, regelmäßig zum Sport zu gehen. Heute pütscher ich dafür ein bisschen im Garten rum und drehe eine Runde mit dem Hund. Ist zwar auch Bewegung, aber irgendwie noch nicht genug.

Aber egal, ich liebe meinen Job, meinen Mann und das Landleben und dass sie mir immer wieder gute Gründe liefern, meine alten Essgewohnheiten beizubehalten, nehm ich ihnen nocht nicht mal übel.

Letztendlich ist ja jeder für sich verantwortlich, nicht wahr?