Daily Prompt 2027

Welchen Beruf bewunderst du am meisten und warum?

Ich bewundere keinen Beruf. Aber ich bewundere Menschen, die ihren Beruf mit Hingabe ausüben.

Schriftsteller, die mich mit ihren Werken in den Bann ziehen. Schauspieler, die mir Charaktere nahe bringen und Musiker, die mich die Welt um mich herum vergessen lassen.

Ärztinnen, die einfühlsam sind und mir helfen. Psychotherapeuten, die es aushalten, jeden Tag dem Leid (und Selbstmitleid) anderer Menschen zu lauschen und sich geduldig auf sie einzustellen. Physiotherapeuten, die meine Schmerzen lindern und mir zeigen, wie ich mir selbst helfen kann. Menschen, die in der Pflege arbeiten und trotz harter Arbeitsbedingungen ihre Patienten/Bewohner gut behandeln.

Polizisten, die angegiftet werden und trotzdem die Ruhe bewahren. Sanitäter, die auch bei den schlimmsten Unfällen die Nerven behalten.

Lehrer, die auf die Schüler eingehen und sie fördern und fordern. Kassiererinnen, die auch bei großem Kundenandrang freundlich bleiben. Bauarbeiter, egal, ob Hoch- oder Tiefbau, die bei 35° im Schatten noch ihre Arbeit verrichten.

Journalisten, die objektiv berichten, Mitarbeiter in der Verwaltung, die unbürokratisch und schnell entscheiden, medizinische Fachangestellte, die die Nerven behalten, wenn das Wartezimmer vor Patienten platzt, Zugbegleiter, die dem Frust der Fahrgäste mit einem Lächeln begegnen ….

Man kann jeden Beruf auch als Aufgabe sehen, der zum Gelingen und Funktionieren unseres täglichen Lebens beiträgt. Ich bin heilfroh, dass ich jeden Morgen in ein sauberes Büro komme und die Toiletten frisch gereinigt sind. Ich bin dankbar, dass es Handwerker gibt, die mir schwere Arbeiten abnehmen und Busfahrer, die mich morgens zur Arbeit chauffieren. Ihr Status ist – in meinen Augen unberechtigterweise – niedriger als der von Ärzten und Apothekern.

Menschen werden mit unterschiedlichen Voraussetzungen geboren. Diese wählen sie nicht selbst. Mancher erbt viele Gene, die die Intelligenz positiv beeinflussen, und hat darüber hinaus Eltern, die ihn fördern, Zugang zu guter Bildung, und es bestehen weitere positive Faktoren, die ihm den Zugang zu einem gut bezahlten und mit Status behafteten Beruf ermöglichen. Andere tun sich schwerer mit dem Lernen oder werden in ein Umfeld geboren, in dem es wenig Förderung gibt. Sie ergreifen Berufe, die meist für selbstverständlich genommen werden und wenig Aufmerksamkeit erfahren. Nichtsdestotrotz sind sie und ihre Arbeit genauso wichtig und wertvoll, wie die Arbeit anderer Menschen. Oftmals, wie z. B. im Falle der Reinigungskraft, ermöglicht oder erleichtert ihre Arbeit es den Menschen in anderen Positionen, ihre Aufgaben zu erfüllen.

Wie viel Zeit bliebe wohl einem Chirurgen, seinen Beruf auszuüben, wenn er seine Instrumente selbst sterilisieren, die Patienten selbst für die OP vorbereiten müsste, sie auf der Liege in den OP fahren nach der OP den Patienten in den Aufwachraum bringen, die Fußböden im OP – Saal wischen und am Abend dann seinen Kittel selbst waschen müsste.

Manche Berufe sind für das Funktionieren unserer Gesellschaft nicht unbedingt nötig, aber wie armselig wäre unser Leben ohne Künstler und Kreative? Wir würden stehen bleiben in unserer Entwicklung, gäbe es nicht die Querdenker und Forschenden, die Tüftler und Provokateure.

Wir würden unsere Identität verlieren, gäbe es nicht diejenigen, die unsere Vergangenheit erforschen und archivieren, uns mahnen und helfen, aus der Vergangenheit zu lernen.

Nein, ich bewundere nicht den Beruf an sich. Ich bewundere, wenn Menschen ihren Beruf nicht nur einfach ausüben, sondern dabei so wertschätzend, einfühlsam, freundlich, humorvoll, verantwortungsbewusst, fair oder rücksichtsvoll arbeiten, dass sie einen Beitrag zu unserer aller Lebensqualität leisten.

3 Gründe, warum es beim Abnehmen nicht vorwärts geht

Also, wenn ich mal ganz ehrlich bin, klappt das mit dem Abnehmen bislang noch nicht so richtig. Das Gewicht stagniert und mein Doppelkinn kam mir heute morgen deutlich dicker vor als sonst. Das mag an der Erkältung liegen, mit der ich grad zu tun hab (und wegen der ich heute mal nicht auf der Arbeit bin), ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich meinen Plan nicht wirklich umsetze.

Woran liegt das? Natürlich an mir selbst. Denn ich bin es ja, die immer wieder den Spaziergang mittags ausfallen lässt und öfter in die Schokoladenschüssel greift, als gut ist.

Drei Dinge habe ich ausgemacht, die mich immer wieder dazu verleiten, meinen eigentlich guten Plan hinten an zu stellen:

  1. Meinen Mann
  2. Meinen Job
  3. das Landleben

Mein Mann

Mein Mann isst gern und mein Mann liebt deftiges Essen. Am liebsten Hausmannskost. Er hat auch eine Schwäche für Kuchen. Und trinkt gern ein Glas Wein. Er lobt mich oft für meine Kochkünste.

Ich finde es schön, abends mit meinem Mann gemütlich zu essen. Ich freue mich, wenn er meine Kochkünste lobt.  „Liebe geht durch den Magen“, sagt man doch, oder? 

Also koche ich ganz oft Dinge, über die er sich freut. Mit ihm freuen sich die Hersteller für Damenbekleidung in großen Größen.

Mein Job

Ich liebe meinen Job, aber er stellt mich täglich vor neue Herausforderungen. Wenn ich morgens ins Büro komme, weiß ich nicht, was der Tag bringt. Mal ist es eine Patientin, die sich das Klagen zum Hobby gemacht hat und grade uns und ihren Kostenträger zum Sündenbock für alle Probleme ihres bislang gescheiterten Lebens macht. Das kostet Nerven, Telefonate, lange Gespräche, Teamsupervisionen, Gespräche mit dem Kostenträger und noch vieles mehr. Dazwischen Emails mit Bitten um Rückruf, Informationsgespräche mit interessierten Menschen und deren Angehörige, Verwaltungskram, Organisatorisches und immer wieder Unterbrechungen durch das Telefon oder Mitarbeiter, die mit einem Anliegen vor der Tür stehen. Normaler Arbeitsalltag mit hoher Arbeitsdichte und immer wieder spannend. Für regelmäßige Pausen oder intensive Selbstfürsorge bleibt allerdings wenig Zeit. Wie oft schon habe ich mir vorgenommen, jetzt sofort meine 15-Minuten-Geh-Pause-an-der-frischen-Luft zu machen, als ein Anruf mich dieses Vorhaben wieder vergessen ließ. Statt dessen irgendwann der Griff in die Schokoladenschüssel.

Niemand zwingt mich, sofort auf jedes Anliegen einzugehen. Die täglichen Geschehnisse kann ich nicht beeinflussen, für die Organisation meiner Arbeitsabläufe bin ich allerdings selbst verantwortlich. Und da ist definitiv noch Optimierungspotential.

Das Landleben

Es ist schön bei uns auf dem Lande. Allerdings gibt es dort außer in der Landwirtschaft, im Tourismus und im Einzelhandel kaum Arbeitsplätze. Außerdem ist die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel schlecht. Deshalb verbringe ich jeden Tag drei bis vier Stunden im Auto. Sitzend und bewegungslos. Verbrauch an Kalorien  gleich Null.

Auch am Wochenende wird das Auto gebraucht. Der Einkaufsmarkt ist mit dem Fahrrad nicht zu erreichen, und der Fahrradkorb wäre auch zu klein für den Wocheneinkauf.

Seltsamerweise war ich viel öfter zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, als ich noch in der Großstadt lebte. Da ich damals viel früher zu Hause war und nicht so viel Energie auf der Autobahn ließ, hatte ich auch noch den Elan, regelmäßig zum Sport zu gehen. Heute pütscher ich dafür ein bisschen im Garten rum und drehe eine Runde mit dem Hund. Ist zwar auch Bewegung, aber irgendwie noch nicht genug.

Aber egal, ich liebe meinen Job, meinen Mann und das Landleben und dass sie mir immer wieder gute Gründe liefern, meine alten Essgewohnheiten beizubehalten, nehm ich ihnen nocht nicht mal übel.

Letztendlich ist ja jeder für sich verantwortlich, nicht wahr?