Momentaufnahme: Wer einen Spiegel zerbricht, …..

Gestern fiel mir beim Putzen ein Spiegel herunter und zerbrach. „Wer einen Spiegel zerbricht, hat 7 Jahre Pech“, schoss es mir sofort durch den Kopf und ein mulmiges Gefühl wollte sich breit machen.

Stop!

Wieso soll es Pech bringen, einen Spiegel zu zerbrechen? Was ist eigentlich Pech?

Die letzte Frage beantwortete mir Google sofort. Missgeschicke, unglückliche Fügungen, zerstörte Pläne, Wendungen zum Schlechten. Eben all das, was ich mir nicht wünsche.

Schwieriger war es herauszufinden, warum es Unglück bringen soll, einen Spiegel zu zerbrechen. Ich fand drei Erklärungen:

  • Der Glaube, dass im Spiegel ein Teil unserer Seele lebt. Zerbrechen wir den Spiegel, ist unsere Seele verletzt und braucht 7 Jahre um zu heilen.
  • Die Überzeugung, dass im Spiegel Dämonen leben, die frei gesetzt werden, wenn ein Spiegel zerbricht und uns verfolgen und peinigen.
  • Spiegel waren früher sehr kostbar und selten. Das Gerücht, ein zerstörter Spiel bringe Unglück, wurde verbreitet, um Menschen, wahrscheinlich die Dienstboten, zur Vorsicht im Umgang mit dem wertvollen Gut anzuhalten.  

Die letzte Erklärung finde ich plausibel. Angst wurde und wird immer gern genutzt, um Menschen von Verhaltensweisen abzuhalten, die als unerwünscht gelten. Wer Angst hat, der hält still und ist vorsichtig, sucht Schutz und wird manipulierbar.

Aberglaube wirkt tief, denn er appelliert ans Gefühl.

Während ich die Scherben wegfege, entscheide ich mich, meinem Verstand zu vertrauen. Der teilt mir mit, dass es gefährlich ist, von nun an ständig Unglück und Missgeschicke zu erwarten. Das zieht nämlich tatsächlich Pech an, im Sinne der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Dann würde ich jedes Pech auf den zerbrochenen Spiegel zurückführen und sieben Jahre davon ausgehen, dass nichts Gutes auf mich wartet. Damit hätte sich der Spruch dann bewahrheitet, und das ganz ohne übernatürliche Mächte.