Kleine Alltagsfreuden I

Wohlfühlschuhe

Es gibt Menschen, die Schuhe lieben. Zu denen gehöre ich nicht. Ich besitze gerade so viele, wie ich unbedingt brauche und eines dieser drei Paare sind meine Lieblingsschuhe.  Gleich nach dem Aufstehen schlüpfe ich in sie hinein, um den ersten Spaziergang mit demHund zu machen. Und abends, wenn ich endlich die Büroschuhe abstreifen kann, schlüpfe ich gleich wieder hinein, um die Abendrunde zu drehen.

Zurzeit sind es blaue Sneaker, im Jahr davor schwarze. Sie sind so leicht, ich spüre sie kaum beim Gehen. Die Sohle hat sich meinem Fuß angepasst. Wenn ich in die Schuhe hineinschlüpfe, ist es wie nachhause kommen. Ich lasse los, entspanne. Es ist Feierabend, ich bin ganz bei mir, ich muss mich nicht verstellen, meine Bequemlichkeit steht im Vordergrund. Wohlfühlschuhe. Sie passen nicht zu jedem Outfit, aber zu fast jedem. Und sonst ist es mir auch egal. Ich kann einfach in sie hinein schlüpfen, da ist nie Widerstand, ich muss mich nicht bücken, habe keine Schmerzen, wenn ich sie anziehe.

Nach einem Jahr intensiven Gebrauchs sehen nun so aus wie Schuhe eben aussehen, wenn man mit ihnen durchs Gebüsch trabt und so manches Mal in Hundekacke tritt. Selbstverständlich reinige ich sie und freitags, wenn ich keine Termine habe,  gönne ich mir dieses Wohlgefühl auch mal im Büro. An den Tagen habe ich das Gefühl, viel schneller und energiegeladener als sonst durch die Flure zu gehen.

Ich habe sie im Netz bestellt und  noch niemanden getroffen, der die gleichen Schuhe hat. Meine Söhne tragen ähnliche Sneaker, von einer angesagten Marke. Ich finde, unsere Schuhe sehen fast gleich aus, aber die beiden sehen Riesenunterschiede und meinen, dass die Schuhe meiner Marke die Birkenstock meiner Generation sind. Ha, bei den Jungen sind Birkenstocks wieder modern, und die Modelle sind die gleichen wie zu meiner Zeit vor 35 Jahren. Da bin ich wohl einfach meiner Zeit voraus.

Es werden andere Paare kommen, meist halten sie nur ein Jahr, dann beginne ich sie für den Garten zu nutzen, für Schmutzarbeiten und freue mich auf ein neues Paar sanfter Sneakers, die mich in den Stunden, in denen ich mit mir allein bin, tragen.

Alles Gute!

Ich danke Euch allen für die vielen Beiträge, die mich zum Nachdenken oder zum Schmunzeln gebracht haben, die mich auf neue Ideen bebracht haben oder meinen Horizont erweiterten. Danke für die vielen tollen Fotos, die immer wieder Freude machen und die vielen Tipps und Ideen, die ihr hier preisgebt.

Danke auch, dass ihr hier immer wieder vorbeigekommen seid, meine Texte gelesen habt und mich mit Euren Kommentaren bereichert habt.

Ich freue mich auf ein neues Jahr mit Euch und wünsche Euch allen für das nächste Jahr Heiterkeit und Frohsinn, Gesundheit, Kraft und Lebensfreude und jeden Tag mindestens einen guten Grund zum Lachen!

Trina

7 Jahre

Vor etwas mehr als 7 Jahren habe ich diesen Blog begonnen. Zu diesem Zeitpunkt war ich unzufrieden mit meinem Gewicht und wollte abnehmen. Der Blog sollte mich  bei der Stange halten, indem ich meine Gedanken und Einsichten zum Thema Essverhalten reflektierte. Natürlich wollte ich auch mit Erfolgen glänzen, aber das gelang mir nicht, ich wiege immer noch genau so viel wie vor 7 Jahren.  Statt dessen rückte das Thema „Selbstannahme“ und „Selbstliebe“ immer mehr in den Fokus meiner Beiträge. Ein schier unerschöpfbares Thema, das mich auch heute immer mal wieder bewegt. Irgendwann aber war ich es müde über dieses Thema zu schreiben. Mir fiel schlichtwegs nichts Neues und Interessantes mehr ein. Seither suche ich vergeblich nach „meinem Thema“.

Ich schreibe gern. Schreiben gibt mir Klarheit und verschafft mir so manches Mal Erleichterung, wenn ich mit mir und meinem Leben nicht im Reinen bin. Je länger ich blogge, desto höher sind aber auch meine Ansprüche an mich selbst geworden. Ich möchte mich nicht in Belanglosigkeiten ergehen, sondern wünsche mir, dass jeder Leser aus den Texten etwas mitnimmt oder sich vielleicht auch in dem, was ich schreibe, wiederfindet. Dem steht die Angst gegenüber, mich „nackt“ zu machen und damit angreifbar und verletztlich und die Sorge die Leser womöglich durch ständiges Jammern und Selbstreflektieren zu  nerven. Wahrscheinlich  blockiere ich mich selbst und finde kaum noch Ideen oder Inspirationen, worüber ich schreiben könnte.

Auch mein englischsprachiger Blog stagniert, dieser jedoch einfach nur deshalb, weil  sich meine Wochenenden seit meinem Umzug nach Lüneburg verändert haben. Statt Ausflüge und Norddeutschland entdecken, stehen nun Besuche im Baumarkt  und die Familie auf dem Programm.

Wie soll es nun mit dem Schreiben weitergehen?

Nun, ich werde das Bloggen nicht aufgeben. Im Gegenteil. Ich will den Mut finden, wieder über das zu schreiben, was mich bewegt. Egal, ob es jemanden interessiert oder nicht. Letztendlich ist mein Blog ein Ausdruck meiner Selbst, ein Ort, den ich nach Belieben gestalten und nutzen kann, um meiner Freude am Schreiben nachzugehen. Es geht hier nicht um Leistung und Wettbewerb, sondern darum, mich konstruktiv und mit Freude mit Themen auseinanderzusetzen, die mir wichtig sind.